Schnell und flexibel: Erstellen Sie attraktive Muster in Illustrator!

Es ist mühselig, von Hand Grafiken mit vielen Wiederholungen aufzubauen oder ein komplettes Muster zu erstellen. Zum Glück bietet Illustrator einige sehr hilfreiche Möglichkeiten, schnell und einfach zu tollen Grafiken zu gelangen, die sich auch noch flexibel ändern lassen. Musterfelder sind nur eine der Methoden, die wir Ihnen zeigen.

»Ein Muster bezeichnet allgemein eine gleichbleibende Struktur, die einer sich wiederholenden Sache zugrunde liegt.« Mit diesen Worten beschreibt Wikipedia das, was vor allem Menschen aus der Kreativbranche häufig mit sich wiederholenden Bildstrukturen verbinden. Muster und generiertes Grafikmaterial sind gängige Elemente, die nicht selten beim Gestalten ihren Einsatz finden. Was noch vor nicht allzu langer Zeit viel Handarbeit bedeutete, wurde nach und nach automatisiert.

In der Malerei wurde die Strukturwalze erfunden [Abb. 1] und sich mit Schablonen beholfen. Auch in der digitalen Welt ist der Umgang mit Mustern in den letzten Jahren um einiges einfacher geworden. Problemloses Duplizieren, schnelles Anpassen, flexible Rapporte und vieles mehr sind heutzutage gängig. Ein paar Tipps und Tricks bei der Verwendung und Erstellung von Grafikmustern möchte ich nun vorstellen.

Abb. 1: Prinzip einer Strukturwalze: ein auf der Walze erhabenes Muster wird auf der Wand abgerollt.

Vorbereitung

Als Bühne für die kommenden Spielereien dient das Thema »Orden und Abzeichen« [Abb. 2]. Im Mittelpunkt steht die Art der Auszeichnung, welche schnell und einfach ausgetauscht werden kann. In einem Nonagon (Neuneck) gibt es ausreichend Platz für Muster, welche auch im Zusammenhang mit der Auszeichnung entsprechend variabel sind.

Abb. 2: Platzhalterfläche für die Muster

Bis auf den Text ist alles einfarbig gehalten, das sorgt für einen höheren Zusammenhalt der einzelnen Elemente. Natürlich kann auch die Farbe beliebig oder nach inhaltlichem Zusammenhang abgeändert werden [Abb. 3].

Abb. 3: Fertiges Grundgerüst der Abzeichen

Muster anlegen

Ein Muster mit fortlaufenden Strukturen zu gestalten, ist nicht ganz so einfach. Deshalb hat Illustrator ein äußerst nützliches Werkzeug integriert.

Ein einfaches Muster anlegen

1 Zeichnen Sie zunächst das Element, welches den Rapport bilden soll. Illustrator kann hier Konturen und Flächen verarbeiten, die auch nachträglich noch angepasst werden können. Wählen Sie anschließend Objekt → Muster → Erstellen [Abb. 4].

Abb. 4: Das Ausgangselement ist die reine Grafik. SIe müssen keine Abstände oder Wiederholungen berücksichtigen – diese generiert Illustrator (ab CS6) automatisch.

2 Nun erscheint eine Information mit dem Hinweis, dass das neue Muster dem Farbfelder-Bedienfeld hinzugefügt wird [Abb. 5]. Mit einem Klick auf die Checkbox am unteren Rand lässt sich die Meldung beim zukünftigen Erstellen von Mustern ausblenden.

Abb. 5: Diese Meldung zeigt Ihnen, wohin das Muster gespeichert wurde. Wenn Sie regelmäßig Muster erstellen und sich sicher fühlen mit Illustrators unterschiedlichen Arbeitsmodi, können Sie die Meldung auch deaktivieren. Da jedoch Bearbeitungen, die Sie im Musterbearbeitungsmodus bestätigen, Ihre Illustration gegebenenfalls modifizieren, zeigt Illustrator diese Warnung an.

Info aus der Textilbranche

Unter einem Rapport oder Dessin, im allgemeinen Sprachgebrauch auch Muster genannt, versteht man ein sich wiederholendes, flächenfüllendes Element zur Oberflächengestaltung. Es gibt 17 unterschiedliche Regeln der Wiederholung, von denen Illustrator nur eine beherrscht, die vertikale und horizontale Verschiebung, also eine Kachelung. Muster sind ein interessantes mathematisches Problem – eine illustrierte Auflistung der unterschiedlichen Parkettierungsregeln finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Ebene_kristallographische_Gruppe.

3 Das Herzstück der Musterfunktion, das Musteroptionen-Bedienfeld, wird nun automatisch eingeblendet. Hier haben Sie etliche Möglichkeiten, die Wiederholung des Basiselements nach Ihren Vorstellungen anzupassen und damit einen kachelbaren Rapport zu erstellen [Abb. 6].

Abb. 6: Musteroptionen-Bedienfeld

In der oberen Zeile können Sie dem Muster einen Namen geben.

Darunter lassen sich Mustertyp (das Menü stellt die Regeln auch bildlich dar) und Versatz (also eine zusätzliche Verschiebung) bestimmen. Soll sich der Rapport mit oder ohne Versatz wiederholen? Experimentieren Sie am besten mit den einzelnen Einstellungen und kombinieren Sie sie untereinander, um ihre Wirkung herauszufinden. Das Ergebnis wird sofort auf der Zeichenfläche angezeigt.

Die darunterliegenden Werte geben die Größe des Feldes an, in dem sich das Grundelement des Musters befindet. Hier bestimmen Sie, wie viel Platz nach oben und unten vorhanden sein soll, und damit, ob es einen Abstand gibt oder ob sich die Grafikelemente überlappen.

Vorsicht mit »Kopie speichern«

Wenn Sie Änderungen an einem bereits vorhandenen Muster vornehmen wollen, klicken Sie am besten auf Kopie speichern, bevor Sie etwas ändern. Entscheiden Sie sich erst später, dass Sie Ihre Änderungen als zweite Version des vorhandenen Musters speichern möchten, dann achten Sie darauf: speichern Sie die Kopie und klicken Sie anschließend auf Abbrechen, nicht auf Fertig. Mit Fertig würden Sie Ihre Änderungen auch in das Muster speichern, das Sie eigentlich erhalten möchten.

4 Ist alles nach Ihren Wünschen eingestellt, bestätigen Sie den Vorgang mit Fertig und das neue Muster erscheint als Farbfeld [Abb. 7].

Abb. 7: Bestätigen des Musters, Erstellen einer Kopie oder Abbrechen

5 Das neu angelegte Muster lässt sich jetzt schnell und einfach auf Objekte übertragen. Wählen Sie den anfangs angelegten Platzhalter aus und klicken auf das Muster im Farbfelder-Bedienfeld. Jetzt ist der Innenraum mit dem neuen Muster besetzt, passt von der Größe jedoch nicht immer zum Objekt und wird meistens am Rand abgeschnitten [Abb. 8].

Abb. 8: Farbfelder-Bedienfeld und zugewiesenes Muster

6 Um die Mustergröße anzupassen, wählen Sie das Skalieren-Werkzeug aus dem Werkzeug-Bedienfeld und klicken auf das Muster. Nun erscheint die Skalieren-Dialogbox, in der Sie die Größe anpassen können [Abb. 9].

Abb. 9: Muster skalieren mit der Skalieren-Dialogbox

Zu beachten ist dabei vor allem der untere Teil, in dem die Optionen zur Skalierung ausgewählt werden können. Um lediglich das Muster zu verändern, deaktivieren Sie alle anderen Optionen außer Muster transformieren. Jetzt wirkt sich die Größenveränderung nicht mehr auf das Objekt oder die Kontur aus. Die Einstellung Muster transformieren in der Dialogbox ist synchron mit der Einstellung desselben Namens im Menü des Transformieren-Bedienfelds und in Voreinstellungen → Allgemein.

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Inhaltsverzeichnis

Arbeitsdateien

  • CA02-IL-01-muster.zip

Beitragsinfo

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