Crashkurs »Drifting Mustang«: So verwandeln Sie Fahrzeuge in filmreife Cartoon-Cars

Mittlerweile begegnet man immer öfter in Filmen und Illustrationen witzig und überspitzt gestalteten Autos. Dieser Artikel zeigt am Beispiel eines Ford Mustang, wie Sie diesen Auto-Klassiker einmal in einer etwas anderen Form darstellen können. Dazu brauchen Sie einen ordentlichen Motor samt Turbolader, vernünftige Bereifung, einen Heckspoiler und natürlich eine entsprechende Racing-Lackierung.

Abb. 1: Die komplette Illustration »Drifting Mustang«

Die Karosserie

Die komplette Illustration sehen Sie in [Abb.1]. Beginnen Sie die Arbeit mit der Platzierung des mitgelieferten JPGs auf einer obenliegenden separaten Ebene und verringern Sie im Transparenz-Bedienfeld die Deckkraft auf 40 % [Abb.2].

Abb. 2: Die komplette Illustration als Vorlage mit 40 % Deckkraft

Um die Farben der Vorlage direkt mit dem Pipette-Werkzeug aufnehmen zu können, positionieren Sie eine auf 30 % verkleinerte Version des Motivs zusätzlich außerhalb des Bildes.

Alle Angaben beziehen sich auf die Originalgröße von 80x45 cm, die Vorlage sollte daher um 266 % vergrößert werden.

Grundformen anlegen

1.Die Grundformen der Karosserie können Sie in [Abb.3] erkennen. Die Radkästen und die Auspuffrohre befinden sich dabei auf einer neuen Ebene unterhalb der Karosserie-Ebene. Die Formen für die Scheinwerfer und den Kühlergrill liegen oberhalb ebenfalls auf einer eigenen Ebene.

Abb. 3: Die Basisformen der Karosserie

2.Das Dach, der Spoiler mit Halter, der Türgriff, der Spiegel und die Glaseinfassung sind eigene Elemente, liegen aber auf derselben Ebene wie die Karosserie. Die Radkästen wiederum haben eine eigene Ebene in Verbindung mit der späteren Rennlackierung.

Verwendung von Ebenen

Scheuen Sie sich nicht vor einer großen Anzahl von Ebenen, sie lassen sich in einer neuen, übergeordneten Ebene zusammenfassen. Wichtig ist nur die Benennung mit entsprechenden Namen oder Abkürzungen, um nicht den Überblick zu verlieren.

3.Ich bevorzuge es, gerade bei komplexen Illustrationen, einzelne Elemente auf jeweils separaten Ebenen zu zeichnen. Das hat den Vorteil, durch Sperren der Ebene ein unbeabsichtigtes Verschieben auszuschließen. Außerdem lassen sich die Einzelteile problemlos ein- und ausblenden, was ich oft benutze, um verschiedene Lichtobjekte auszuprobieren.

Reflektionen

Fügen Sie alle hellen und dunklen Reflex-Elemente über den Zeichenmodus Innen Zeichnen ein. Aktivieren Sie dazu die rote Basisform der Karosserie mit dem Auswahl-Werkzeug und stellen Sie dann auf der Schaltfläche Zeichenmodi im Werkzeug-Bedienfeld die Funktion von Normal Zeichnen auf Innen Zeichnen um. Dafür können Sie alternativ auch den Shortcut Umschalttaste + D verwenden. Das Objekt können Sie nun deaktivieren oder dies geschieht automatisch, sobald Sie ein neues Objekt zeichnen [Abb.4].

Abb. 4: Zeichnen der Einzel-Elemente im Modus INNEN ZEICHNEN

4.So wird die Basisform zur Schnittmaske für alle Objekte. Das Hauptobjekt lässt sich nun allerdings nur noch mit dem Direktauswahl-Werkzeug oder im Isolationsmodus einzeln bearbeiten. Mit dem Auswahl-Werkzeug beziehen sich alle Aktionen auf die Basisform inklusive der Innen-Elemente, sie lässt sich so z. B. als Ganzes leicht verschieben oder drehen.

Schnittmasken bearbeiten

Wenn Sie den Inhalt der mit Innen zeichnen erzeugten Schnittmasken bearbeiten wollen, dann geht dies nicht wieder über denselben Modus. Stattdessen gehen Sie mit einem Doppelklick auf das gewünschte Objekt in den Isolationsmodus.

Details der Karosserie einfügen

Ebenso können Sie auf diesem Weg die Rallye-Streifen und Lichtkanten einsetzen.

1.Ändern Sie bei Bedarf die Anordnung der Einzel-Elemente über die Unterpunkte im Menü Objekt → Anordnen. Diese Art des Zeichnens beschleunigt den Arbeitsablauf enorm, da man durch die Maskierung keine Rücksicht auf die Außenkanten nehmen muss.

Verläufe anlegen

Legen Sie die vielen Verlaufselemente zuerst einfarbig an und weisen Sie später die Verläufe zu. Das erhöht die Arbeitsgeschwindigkeit, da sie so in der Ton-in-Ton-Situation dieser Illustration deutlicher zu erkennen sind und ohnehin oftmals nachjustiert werden müssen.

2.Einzelne Fugen, Lichtkanten und Reflexe legen Sie am besten wieder auf einer neuen Ebene an, damit lassen sie sich sicherer bearbeiten [Abb.5].

Abb. 5: Fugen, Lichtkanten und Reflexe, die mit dem Gauss’schen-Weichzeichner-Efekt versehen werden.

3.Um die Lichtkanten gleichmäßig zu zeichnen, legen Sie diese zuerst als Pfad mit Kontur an und weisen der Kontur dann über das Verlauf-Bedienfeld die entsprechenden Verläufe zu. Über Objekt → Umwandeln lassen sich aus den Konturen Flächen erstellen. Im Gegensatz zu Konturverläufen haben Sie bei Flächen die Möglichkeit, das Verlauf-Werkzeug und den Verlaufsoptimierer zu verwenden und erhalten damit eine etwas intuitivere Kontrolle bei der Abstufung der Farbverläufe, [Abb.6] und [Abb.7].

4.Nutzen Sie auch beim Kühlergrill sowie dem Mustang-Emblem den Zeichenmodus Innen Zeichnen, die Schattenkante müssen Sie dabei im Transparenz-Bedienfeld auf die Füllmethode Multiplizieren einstellen [Abb.6].

Abb. 6: Der Kühlergrill mit Mustang sowie die Lichtkante der Motorhaube

Abb. 7: Die Lichtreflexe der Vorderfront

Flammen

1.Die Flammen der Bemalung erstellen Sie zusammen mit den Kotflügeln am besten auch wieder auf einer neuen Ebene, um möglichen Konflikten beim Einsetzen des Farbrasters aus dem Weg zu gehen. Das rote Punktraster, welches ich in Photoshop erzeugt und mit dem Bildnachzeichner umgewandelt habe, finden Sie in den Übungsdateien.

2.Erzeugen Sie aus den einzelnen Flammen einen zusammengesetzen Pfad über Objekt → Zusammengesetzter Pfad → Erstellen bzw. Befehl/Strg + 8, danach können Sie wieder im Modus Innen Zeichnen das Farbraster in die Flammen einfügen. Es lässt sich mit den Pfeiltasten am genauesten bewegen. Da das Raster aus vielen Objekten mit vielen Ankerpunkten besteht, sollten Sie es erst ganz zum Schluss einfügen und positionieren, damit es Illustrator während der folgenden Schritte nicht belastet [Abb.8].

Abb. 8: Die Flammen mit Farbraster

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Inhaltsverzeichnis

Arbeitsdateien

  • CA03-IL-01-cars.zip

Beitragsinfo

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