Unterwegs zeichnen und illustrieren - Teil 2: Vektorisierung in Capture CC und Weiterbearbeitung in Adobe Draw

von Monika Gause

Unterwegs zeichnen und illustrieren - Teil 2: Vektorisierung in Capture CC und Weiterbearbeitung in Adobe Draw

Im ersten Teil dieses kleinen Workshops haben Sie bereits erfahren, wie Sie sich über Adobe Stock eine Fotovorlage beschaffen und diese dann über Adobe Sketch in eine Zeichnung verwandeln. Nun wollen wir diese Skizze über Adobe Capture vektorisieren und der entstandenden Vektorgrafik in Adobe Draw den finalen Schliff geben.

Hier geht es zum ersten Teil des Workshops.

Einladen in Capture CC

1. Eine Vektorisierung beginnen Sie in Capture, indem Sie auf Formen tippen und dann auf den grünen +-Button unten.

Startbildschirm von Capture CC

2. Auch in Capture CC laden Sie die Zeichnung direkt aus Adobe Sketch. Dazu gehen Sie auf den Button oben rechts und dann auf Creative Cloud.

Verwenden einer Datei als Vorlage in Capture

3. Stellen Sie mit dem weißen Schieberegler den Schwellenwert ein und tippen Sie auf den grünen Button, wenn Sie fertig sind. Sie können hier auch von der grünen Live-Vorschau in eine Form-Vorschau umschalten, indem Sie auf die Vorschau tippen. Um ein Motiv zu invertieren, tippen Sie auf den Invertieren-Button.

Einstellung der Vektorisierung

4. Wenn Sie nicht zufrieden sind, brechen Sie die Aktion mit einem Tippen auf das kleine < ab.

Zeichnung neu in Capture CC laden

Wenn Sie eine Zeichnung nach einem Vektorisierungsversuch in Adobe Sketch noch einmal verändern und dann erneut vektorisieren wollen, tippen Sie zuerst noch einmal auf die Kamera und dann wieder auf den Button in die Dateien, um einen Reload zu erzwingen.

5. Wenn Sie die Vektorisierung vornehmen, tippen Sie sich durch weitere Schritte.

6. Abschließend erhält die Zeichnung einen Namen, unter dem Sie dann in den CC-Bibliotheken zu finden ist. Sie können die Vektorzeichnung direkt in den Desktop-Applikationen oder den mobilen Apps nutzen.

Direkt in Capture CC vektorisieren

Probieren Sie auch einmal, Fotos oder Objekte direkt zu vektorisieren und diese dann weiterzubearbeiten. Das kann zu schönen, abstrakten Ergebnissen führen. In diesem Beitrag erfahren Sie alles über die Möglichkeiten von Adobe Capture.

Zeichnung in Adobe Draw platzieren

Nun wird das Vektor-Ergebnis in Adobe Draw geladen. Der Weg ist aber ganz anders als die bisherigen direkten Zugriffe auf Dateien. In Adobe Draw müssen Sie die vektorisierten Formen »stempeln«.

1. Erzeugen Sie zunächst ein neues Projekt oder ein neues Arbeitsblatt in einem bestehenden Projekt, so wie Sie es bereits aus Adobe Sketch kennen.

2. Um die Vektorform in Ihre Datei zu bekommen, wählen Sie eines der Werkzeuge.

3. Dann gehen Sie auf den Button Formen. Gehen Sie darin auf den rechten Tab, er zeigt den Namen einer Bibliothek an. Wenn Sie eine andere Bibliothek wählen möchten, tippen Sie unten auf Bibliothek ändern.

Auswahl einer Form

Diese Formen werden normalerweise wie Kurvenschablonen verwendet und Sie können an ihnen entlang zeichnen. Das wollen wir in diesem Fall aber nicht.

4. Sie müssen also nun die Form in Ihre Datei bewegen und auf die richtige Größe bringen. Dazu verwenden Sie die Zwei-Finger-Vergrößerungsgeste.

5. Wählen Sie dann eine Farbe aus.

Die Form wird zunächst grau angezeigt und Sie können sie verschieben, drehen und skalieren.

6. Mit dem gewählten Werkzeug klicken Sie in die Form. Falls es sehr feine Linien sind, müssen Sie dazu eventuell sehr nah heranzoomen.

7. Anschließend tippen Sie auf das graue x, um das Platzieren zu beenden.

Bild: Die gefüllte Form

Arbeiten mit Ebenen in Adobe Draw

Sie sollten in Adobe Draw auf unterschiedlichen Ebenen arbeiten. Das vereinfacht vieles, denn Sie können in der App keine einzelnen Formen aktivieren und verändern.

Erstellen Sie also neue Ebenen, sobald Sie neue Teile beginnen, die Sie eventuell später verschieben, radieren oder ausblenden möchten oder wenn Sie überlegen, noch Elemente in der Stapelreihenfolge dazwischen einzufügen. Die Reihenfolge der Ebenen und die Ebenenoptionen bearbeiten Sie wie in Adobe Sketch.

Diese Aktionen können Sie in Adobe Draw mit Ebenen durchführen, nicht jedoch mit einzelnen gezeichneten Formen.

Um die Zeichnung nun auszuarbeiten, erstellen Sie eine neue Ebene, die Sie unter die Linien verschieben.

Fotovorlage als Referenz

Es kann auch sinnvoll sein, die Fotovorlage als Referenz in diese Datei zu platzieren. Dazu erstellen Sie eine neue Bildebene und gehen beim Auswählen des Fotos vor wie in Adobe Sketch. Mit einem Doppeltippen können auch hier die Ebenen ein- und ausblenden.

Zeichnen in Adobe Draw ausarbeiten

Mit den Werkzeugen in Adobe Draw fügen Sie nun freiere Formen hinzu. Sie erzeugen dabei zwar Vektorformen, das Erstellen dieser Formen fühlt sich jedoch eher wie Malerei an. Die Pinselstriche sind ein wenig mit Illustrators Borstenpinseln vergleichbar, sie verhalten sich jedoch dynamischer.

Auch in Adobe Draw wählen Sie ein Werkzeug aus, stellen die Farbe und Formeigenschaften ein und beginnen zu malen. Arbeiten Sie eher mit kurzen Strichen, bei längeren Strichen kann die Form in der Mitte sehr dick werden.

Von links nach rechts: Werkzeuge in Adobe Draw, Auswählen einer Farbe, Werkzeugspitzen und Stiftoptionen

Die Farbauswahl können Sie vom Farbrad umstellen, indem Sie auf Scheibe klicken und aus dem Menü eine andere Möglichkeit anklicken.

Sie können auch mit Farbharmonien arbeiten, indem Sie auf das Icon klicken und dann eine Harmonie auswählen. Um die Harmonie wieder auszublenden, gehen Sie zurück auf Einfarbig.

Umstellen der Farbauswahl auf RGB-Farben und Einstellen einer Farbharmonie

Wenn Sie mit konsistenten Farbpaletten arbeiten wollen, können Sie auf die Farbgruppen in den CC-Bibliotheken zugreifen oder in Adobe Draw eine Reihe von Farben aufnehmen. Stellen Sie dazu die Farbe ein und klicken Sie anschließend auf das +-Icon im Farbe-Tab. Die Farbe wird in der ausgewählten Bibliothek gespeichert.

Gespeicherte Farben

Bei meinem Flamingo habe ich nun die Federn mit dem spitz zulaufenden Pinsel ergänzt: zunächst großzügig die schwarzen Federn eingezeichnet, dann Federn in Pink, Rosa bis hin zu orange. Es ist wichtig, die Farben leicht zu variieren, das gibt dem ganzen einen lebendigen Eindruck.

Arbeiten Sie auch mit transparenten Überlagerungen der Striche. An den Flügeln habe ich zum Schluss wieder viel weiß hinzugefügt, da mir die Zeichnung anderenfalls zu dicht wurde. Ich wollte gerne einen leichten Eindruck erhalten.

Der Flamingo besteht aus sehr vielen Schichten von Formen.

Die Umrisslinien, mit denen ich die Zeichnung begonnen habe, sollten nun ebenfalls noch lebendiger werden, indem ich sie unterschiedlich einfärbe. Das Umfärben von Formen ist einfach: dazu tippen Sie mit einem Werkzeug etwas länger in eine vorhandene Form, bis sie die neue Farbe annimmt.

Allerdings musst die Umrisslinie zu dem Zweck an einigen weiteren Stellen aufgetrennt werden. Dazu blenden Sie am besten alle Ebenen mit einem Doppeltipp aus, die Sie nicht benötigen. Tippen Sie dann die Ebene an, auf der Sie radieren wollen und ziehen Sie das Radiergummi-Werkzeug über die Form.

Radieren von Details

Anschließend habe ich die Linien mit anderen Farben gefüllt. Die bunten Konfetti-Punkte geben der Illustration dann noch eine Leichtigkeit. Tippen Sie mit einem Werkzeug in die Datei, um einen Punkt zu setzen. Verändern Sie die Werkzeuggröße, um die Größe der Punkte zu variieren.

Zum Abschluss können Sie die Arbeit noch an Illustrator senden, das finden Sie unter dem Icon , um nicht benötigte Formen zu löschen, Formen zusammenzufügen oder die Datei zum Druck fertigzumachen. Untersuchen Sie die Illustration in der Pfadansicht.

Die Pfadansicht

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