Wie man in Photoshop Wolken einfach, schnell und nichtdestruktiv freistellt

von Martin Vogler

Wie man Wolken in Photoshop schnell, einfach und nichtdestruktiv freistellt

Für das Freistellen von Wolken gibt es viele Techniken. Heute stelle ich eine besonders schnelle, einfache und zudem nondestruktive Variante vor. Sie können also die freigestellten Wolken in das Composing integrieren und haben dennoch die Möglichkeit, die Freistellung jederzeit nachträglich anzupassen.

Wolken freistellen – was sind die üblichen Techniken?

Zunächst möchte ich aber ganz kurz darauf eingehen, welche sonstigen Techniken beim Freistellen von Wolken üblicherweise zum Einsatz kommen. Alle Wege haben ihre Stärken und Schwächen. Denn es gibt viele unterschiedliche Wolkentypen und nicht jede Technik eignet sich für jede Wolkenart. Die Mission »Wolkenfreistellung« kann manchmal sehr einfach, manchmal aber auch ziemlich knifflig sein.

Besonders schnell und einfach ist die Verwendung des Hintergrund-Radiergummis . Dabei wählt man zunächst die Farbe, die geschützt werden soll – in diesem Fall einen Weißton aus der Wolke. Dann wählt man eine große Pinselspitze mit harter Kante und malt über das Motiv. Zur Ergebniskontrolle sollte man sich eine schwarze Hintergrundebene anlegen.

Den Hintergrund einfach wegradieren

 

Diese Technik geht schön schnell. Der große Nachteil ist allerdings, dass man dabei das Motiv zerstört. Die Pixel sind unwiderruflich verloren. Wenn man merkt, dass die Freistellung nicht ganz optimal gelungen ist, muss man den kompletten Freistellprozess wiederholen.

Beim Hintergrund-Radiergummi werden die umgebenden Pixel endgültig gelöscht.

 

Daher macht es in der Regel mehr Sinn, mit Masken zu arbeiten. Denn dann können die Wolken nicht nur entfernt, sondern auch wieder zurückgeholt werden. Vor der Erstellung der Wolkenmaske prüft man zunächst, ob nicht ein Kanal, zum Beispiel der Rot-Kanal, eine gute Grundlage für eine solche darstellt. Falls dem so ist, dann kopiert man diesen Kanal in die Ebenenmaske der Wolkenebene.

Der Rot-Kanal fungiert als Ebenenmaske

Damit ist die Maske aber noch lange nicht fertig. Nach einem Klick (bei gedrückter Alt-Taste) auf die Ebenenmaske muss man diese über die Korrekturfunktionen noch verfeinern. Ziel ist es, den Himmel so nachzudunkeln, dass er schwarz und die Wolke weiß bzw. entsprechend der gewünschten Transparenz in Grautönen erscheint. Bei nicht benötigten Bildteilen macht man kurzen Prozess und übermalt diese einfach schwarz.

Die bearbeitete Maske

 

Die auf diese Weise freigestellte(n) Wolke(n) kopiert man dann einfach in das gewünschte Composing. Wenn Sie die Ebene in ein Smartobjekt konvertieren, können Sie sie auch beliebig oft verzerren, ohne die Qualität spürbar zu verschlechtern.

Die eingebundene Wolke

 

Alternativ könnte man sich so eine Maske aber auch erstellen, indem man zunächst eine Schwarz-Weiß-Einstellungsebene auf eine Ebenenkopie anwendet. Dort hat man den Vorteil, gezielt einzelne Farben abdunkeln zu können, also zum Beispiel gezielt das Blau des Himmels. Die fertige Schwarz-Weiß-Version wird dann einfach in eine neue Ebenenmaske kopiert.

Der schnellste Weg: Fülloptionen

Kommen wir zur angekündigten schnellen Lösung. Vorab muss gesagt werden, dass diese bei vielen Wolkenbildern gute Ergebnisse liefert, es aber auch Fälle gibt, bei denen man für ein optimales Ergebnis noch weitere Bearbeitungen vornehmen müsste.

1. Öffnen Sie Ihr Wolkenmotiv.

Diese Wolke soll freigestellt werden (Bild: MEV).

 

2. Wandeln Sie die Hintergrundebene durch Klick auf das kleine Schloss in eine normale Ebene um.

3. Fügen Sie unter dieser Ebene eine schwarz gefüllte Ebene ein. Diese erfüllt alleine den Zweck, die Freistellung besser prüfen und optimieren zu können.

4. Doppelklicken Sie auf das Ebenen-Thumbnail. Alternativ klicken Sie auf den fx-Button und wählen den Befehl Fülloptionen.

5. Stellen Sie bei Mischen wenn den Wert Blau ein.

6. Ziehen Sie den schwarzen Regler bei Diese Ebene soweit nach rechts, bis der Himmel komplett verschwunden ist und nur noch der schwarze Hintergrund und die ganz hellen Wolkenteile übrig bleiben.

Zwar ist der blaue Himmel nun gelöscht, aber die Wolken sehen absolut unbrauchbar aus.

 

7. Halten Sie nun die Alt-Taste gedrückt und ziehen Sie die linke Hälfte des schwarzen Reglers ein Stückchen nach links. Sie sehen, dass Sie damit den fluffigen Außenbereich der Wolken zurückholen können, ohne dass der Himmel wieder blau wird.

Durch das Teilen des Reglers kann man den harten Übergang verhindern und einen weichen erzeugen.

 

8. Nun können Sie das Ganze noch weiter optimieren, indem Sie bei Mischen wenn den Wert Grau einstellen und auf dieselbe Weise nachjustieren, also alles, was einen gewissen Helligkeitswert unterschreitet, verschwinden lassen.

Feintuning über den kompletten Farbbereich hinweg

 

Bedenken Sie immer: Die Vorgehensweise ist nichtdestruktiv. Sie können also die Wolkenfreistellung durch einfaches Ziehen an den Reglern immer wieder nachjustieren und so optimal an das jeweilige Motiv anpassen.

9. Um nicht benötigte Wolken oder Wolkenfetzen verschwinden zu lassen, erstellen Sie einfach eine Ebenenmaske und übermalen diese Stellen mit Schwarz. Wenn Sie ein Wolkenmotiv haben, bei dem zum Beispiel noch Teile einer Landschaft zu sehen sind, dann können Sie diese damit ebenfalls verschwinden lassen. Dann brauchen Sie nicht zu croppen (rechteckig freizustellen).

Weiteres Feintuning über eine Ebenenmaske. Teile, die nicht erscheinen sollen, übermalt man schwarz.

 

10. Kopieren Sie nun Ihre Wolkenebene in ein Himmelsmotiv Ihrer Wahl. Durch eine Variation der Füllmethode können Sie dann die Einbindung auch noch einmal glatter geschehen lassen. Dabei ist Negativ multiplizieren oft eine gute Wahl oder Hart mischen. Auch bietet sich manchmal eine leichte Transparenz an.

Die Wolke wurde in ein Motiv hineinkopiert.

 

»Richtige« Transparenz erzeugen

Im Moment wird die Freistellung dynamisch über die Fülloptionen erzeugt. Sie haben aber im Prinzip immer noch eine komplett gefüllte Ebene vor sich liegen. Wenn Sie allerdings diese Ebene in ein Smartobjekt konvertieren, dann erhalten Sie eine Ebene, die so aussieht, als hätte man den Hintergrund wegradiert – mit einem Unterschied: Sie können das Smartobjekt jederzeit bearbeiten und die Freistellung weiter anpassen.

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