Schneefall nichtdestruktiv in Photoshop simulieren – für stimmungsvolle Winterbilder

von Martin Vogler

Schneefall nichtdestruktiv in Photoshop simulieren – für stimmungsvolle Winterbilder

Es ist gar nicht so einfach, an richtig gute Schneefall-Bilder zu kommen. Denn zum einen schneit es nicht überall und schon gar nicht auf Knopfdruck. Zum anderen muss auch alles optimal zusammenpassen, damit überzeugende Fotos entstehen können. Da ist es am Ende oft einfacher und ökonomischer, dies nachträglich am Rechner zu erledigen – es also mit Photoshop schneien zu lassen. Eine schnelle und flexible Lösung dafür stelle ich hier vor.

Schneefall kann gut künstlich erzeugt werden.

 

Der Weg zum Schneefall

1. Öffne das Foto, in dem es schneien soll.

Hier soll es gleich schneien.

 

2. Erstelle darüber eine neue Ebene mit schwarzer Hintergrundfarbe.

3. Konvertiere die neue Ebene in ein Smartobjekt, indem Du Filter → Für Smartfilter konvertieren anklickst. Das ist deswegen wichtig, damit Filter nichtdestruktiv angewandt werden können.

4. Markiere die schwarze Ebene und wähle Filter → Rauschfilter → Rauschen hinzufügen... . Im nachfolgenden Dialog stellst Du eine Stärke von »30 %« und als Verteilung die Gaußsche Normalverteilung ein. Aktiviere außerdem Monochromatisch.

Rauschen einstellen

 

5. Konvertiere die Ebene nun nochmals in ein neues Smartobjekt.

6. Stelle die Füllmethode der Rauschebene auf Negativ multiplizieren.

Nach dem Einstellen der Füllmethode Negativ multiplizieren

 

7. Zoome etwas aus dem Dokument heraus. Es gilt nun, die Rauschebene deutlich zu vergrößern. Drücke also Strg-/Befehl + T, um das freie Transformieren zu starten. Halte dabei die Umschalt- und die Alt-Taste gedrückt, damit zentriert und proportional skaliert wird. Vergrößere das Dokument auf circa 250 %.

Während der Skalierung

 

Diese Skalierung kannst Du übrigens später jederzeit noch anpassen, falls sie Dir bei Deinem Bild nicht angemessen erscheint.

Nach der Skalierung

 

8. Gehe nun auf Filter → Weichzeichnungsfilter → Bewegungsunschärfe und stelle einen Winkel von »66°« ein. Den Abstand wählst Du so, dass sich die Punkte in kleine Fäden verwandeln. Auch hier gilt: Du kannst diesen Wert später noch anpassen, also die Windrichtung und -geschwindigkeit jederzeit feintunen.

Nach Einstellung der Bewegungsunschärfe

 

9. Wähle Bild → Korrekturen → Tonwertkorrektur.

In Version vor Photoshop CC 2014

In aktuellen Versionen werden Korrekturen, die klassisch über das Menü gewählt werden, als Smartfilter angelegt. Das funktioniert in älteren Versionen nicht. Es gibt aber eine gleichwertige Alternative: Erstelle einfach eine neue Einstellungsebene Tonwertkorrektur und sorge durch Klick auf den Button unten dafür, dass sich die Einstellungen nur direkt auf die darunterliegende Ebene auswirken.

10. Schiebe den weißen Lichterregler nach links zum Wert »122« und den schwarzen Tiefenregler nach rechts zum Wert »35«.

Anwendung der Tonwertkorrektur

 

11. Dupliziere die Schneefall-Ebene, indem Du Strg/Befehl + J drückst.

Wenn Du mit einer Einstellungsebene arbeiten solltest, empfehle ich, beide Ebenen in eine Ebenengruppe zu legen und dann die Gruppe zu duplizieren.

12. Doppelklicke bei der Duplikat-Ebene auf den Bewegungsunschärfe-Smartfilter und ändere den Winkel auf »-66°«.

Winkel ändern und Abstand vergrößern

 

13. Wähle den Filter → Vergröberungsfilter → Kristallisieren... mit einer Zellengröße von »7«. Diesen Wert kannst Du auch später noch anpassen.

Die Schneeflocken werden kristallisiert.

 

14. Im Moment liegt der neue Smartfilter über den »älteren« Smartfiltern im Ebenen-Bedienfeld. Das müssen wir anpassen. Verschiebe den Kristallisieren-Smartfilter im Ebenen-Bedienfeld unter den Bewegungsunschärfe-Smartfilter.

Verschiebe den Smartfilter Kristallisieren via »drag & drop« im Ebenen-Bedienfeld. Danach liegt er, wie hier abgebildet, ganz unten in der Hierarchie.

 

15. Doppelklicke auf den Smartfilter Tonwertkorrektur und verschiebe den Tiefenregler zum Wert »47« und den Lichterregler zum Wert »132«.

Auch die Tonwertkorrektur wird angepasst.

 

Im Moment sieht es noch zu gleichmäßig aus. Daher wollen wir nun noch ein Zufallselement integrieren.

16. Wähle die erste Schneefall-Ebene und drücke den Ebenenmaske-hinzufügen-Button . Markiere das Ebenenmasken-Thumbnail (nicht das Ebenen-Thumbnail) und wähle Filter → Renderfilter → Wolken.

Die Ebenenmaske mit einer Wolkenstruktur füllen

 

17. Dasselbe machst Du dann auch noch mit der Duplikats-Ebene.

Damit haben wir unser vorläufiges Endergebnis.

Der fertige Effekt mit Ebenenstruktur

Das Gute an diesem Aufbau ist, dass Du das Ergebnis jederzeit und sehr flexibel anpassen kannst. Über die Bewegungsunschärfe kannst Du einstellen, wie sehr der Schnee verweht werden soll, und über die Tonwertkorrektur, wie dicht der Schneefall sein soll.

Auch kannst Du einfach ein alternatives Bild unter die Schnee-Ebenen ziehen und musst nicht immer bei neuen Bildern auch einen ganz neuen Schneefall konstruieren.

Der Schneefall kann auch schnell auf andere Motive angewandt werden.

 

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