Eine stimmungsvolle Lichterkette in Photoshop gestalten – so geht es schneller

von

Eine stimmungsvolle Lichterkette in Photoshop gestalten – so geht es schneller

Zur Weihnachtszeit werden Objekte, Logos und Texte gerne mal mit Lichterketten dekoriert. Das ist zwar keine ultraschwere Aufgabe, aber immer mit viel Fummelarbeit verbunden. Daher habe ich mich gefragt, ob es nicht auch einen schnelleren Weg zur Lichterketten-Gestaltung gibt. Es gibt ihn durchaus – und ich stelle ihn hier vor.

Eine solche Lichterketten-Gestaltung ist schneller erstellt, als man meint.

 

LED-Lämpchen/Glühbirne/Weihnachtslicht in Photoshop gestalten

In diesem Beitrag erfahrt Ihr, wie Ihr in Photoshop eigene Weihnachtslichter umsetzt.

Natürlich könnte man die Glühbirnen auch einzeln an die Leitung montieren. Das kann aber je nach Glühbirnenzahl recht zeitaufwendig werden. Aus diesem Grund habe ich mir mal Gedanken gemacht, wie man diesen Gestaltungsprozess eventuell beschleunigen könnte.

Der Weg zu meiner Gestaltungslösung führt über Pinsel. Der Grundgedanke dabei: Ich erstelle einen Glühbirnen-Pinsel und lasse diesen einfach einem Pfad folgen.

Sehr schnell stößt man dabei aber auf zwei Probleme:

  • Ein Pinsel wird nicht mit Echtfarben angelegt, sondern in Graustufen. Schwarz ist volldeckend, weiß transparent und alle Tonwerte dazwischen halbtransparent. Ein helles Glanzlicht würde also in einem Pinsel ausgespart werden, Lichter wären Tiefen und Tiefen wären Lichter. Im Ergebnis würde ein Großteil des Objekts transparent erscheinen.
  • Eine Pinselspitze wird immer zentriert aufgetragen. Eine Glühlampe liegt aber niemals zentriert auf einem Kabel, sondern ist über das untere Ende (eine Fassung oder ein Sockel) mit dem Kabel verbunden.

Die zwei Problemfälle: Die Glühbirne wird als Negativ angelegt (oben Mitte). Selbst wenn man die Farben vor der Umwandlung umkehrt (oben rechts), bleibt das Problem, dass die Lampe dort Transparenzen besitzt, wo sie keine Transparenzen besitzen darf. Außerdem wird eine Pinselspitze immer zentriert aufgetragen, weswegen die Lampe auch falsch auf dem Kabel liegt (unten).

 

 

Die Glühlampe in mehrere Pinselspitzen aufteilen

Das Problem mit der Negativumwandlung ist aber eigentlich keines. Hier reicht es aus, die Glühlampe zunächst in Graustufen (z. B. über eine Schwarz-Weiß-Einstellungsebene) umzuwandeln und danach umzukehren. Das sollte kein Problem sein.

Die Transparenzen wird man aber nicht verhindern können. Hier gibt es eigentlich nur eine Lösung: Die Bereiche des Pinsels, die nicht transparent erscheinen sollen, müssen mit einer zusätzlichen volldeckenden Fläche hinterlegt werden. Es wird also darauf hinauslaufen müssen, dass man den Glühlampen-Pinsel mit mehreren Pinselspitzen aufbauen muss, die sich gegenseitig ergänzen.

Schauen wir uns die nachfolgende Abbildung an. Dort ist zu sehen, wie ich mein Glühbirnen-Beispiel zerlegt habe. Je nach Gestaltung und Flexibilitätswunsch bieten sich dabei andere Aufteilungen an.

Obere Reihe: Aufteilung der Glühbirne. Die Fassung soll später nicht transparent sein und erhält deswegen eine Deckfläche (1). Gäbe es nur eine modellierte Form (2), dann würde die Fassung später transparent erscheinen. Die Glühbirne könnte zwar transparent sein. Allerdings muss ich auch irgendwie eine Leuchtfarbe integrieren können. Daher erhält auch die Glühbirne eine zusätzliche Fläche (3). Zusätzlich habe ich dann noch einmal Licht- und Schattenpartien voneinander getrennt (4 und 5). Dadurch kann ich die Licht- und Schattenpartien später feintunen.
Untere Reihe: nach der Umkehrung. Schwarze Flächen sind beim Pinsel volldeckend, eine weiße Fläche transparent.

 

Das von der Weihnachtsleuchte ausgesandte Licht kann man später ohne Probleme über einen Ebenenstil allen Birnen zugleich zuweisen.

Die Datei für eine zentrierte Anwendung modifizieren

Auch die zweite Problemlösung ist eigentlich ganz logisch. Wenn der Pinsel zentriert aufgetragen wird, dann müssen wir nur dafür sorgen, dass die Fassung/der Sockel der Glühlampe auf dem Mittelpunkt liegt.

Dazu erweiterst Du einfach die Arbeitsfläche nach unten, und zwar so, dass der untere Rand der Datei so weit von der unteren Kante des Sockels entfernt ist wie die untere Kante des Sockels von der Spitze der Glühbirne.

Arbeitsfläche erweitern

 

Außerdem sollte die Glühbirne auch horizontal genau in der Mitte liegen.

Birne liegt genau in der Mitte.

 

Danach gibt es Folgendes zu beachten: Es werden grundsätzlich nur gefüllte und nichtweiße Pixel in einer Pinselspitze aufgenommen. Die Größe der Arbeitsfläche wirkt sich nicht auf die Größe der Pinselspitze aus. Im oben abgebildeten Beispiel würde also trotz der vergrößerten Arbeitsfläche nur die Glühbirne als Pinsel erscheinen.

Daher müssen wir die Pinselfläche nun noch mit ein paar Hilfspixel künstlich erweitern, sodass später die komplette Arbeitsfläche zum Pinsel werden kann.

1. Erstelle eine neue Ebene (ganz oben im Ebenen-Bedienfeld).

2. Wähle das Buntstift-Werkzeug , stelle bei diesem eine Größe von »1 Px« sowie die Farbe Schwarz ein.

3. Zeichne an allen Schnittpunkten zwischen den Mittellinien und Außenkanten jeweils einen einzelnen Pixel ein.

4. Stelle die Deckkraft dieser Hilfspixel-Ebene schließlich auf »1 %«, damit dieser Pixel später bei der Anwendung des Pixels nicht erscheint. (Bei 1% Deckkraft werden die Pixel keine sichtbaren Spuren hinterlassen.)

Mit Hilfspixeln wird eine künstliche Pinselfläche erschaffen.

 

Die einzelnen Teile in Pinselspitzen umwandeln

Blende nun die einzelnen Bestandteile der Glühlampe jeweils getrennt voneinander ein und wandle sie nacheinander über den Befehl Bearbeiten → Pinselvorgabe festlegen in eine Pinselspitze um. In meinem Fall sind am Ende fünf verschiedene Pinselspitzen entstanden, die nun genau deckungsgleich übereinanderliegen und eine Glühbirne ergeben würden, wenn man sie in derselben Größe bei identischen Koordinaten einzeichnet.

Umwandlung der Fassung in eine Pinselspitze

 

Anwendung des Glühlampen-Pinsels

Kommen wir nach diesen Vorarbeiten zum feierlichen Moment: Die erstellen Pinsel sollen auf ein Kabel montiert werden.

1. Lege ein neues Dokument an und erstelle dort mit dem Zeichenstift-Werkzeug oder dem Freiform-Zeichenstift einen beliebigen Pfad.

Erstellung eines Pfades

 

2. Erstelle eine neue leere Ebene, wähle das Pinsel-Werkzeug und stelle eine harte Pinselspitze mit einer kleinen Größe (z. B. 5 Pixel) sowie die Farbe Weiß ein. Vergib an die Ebene den Namen »Kabel«.

3. Klicke im Pfade-Bedienfeld auf den Pfadkontur-füllen-Button und Dein Pfad wird mit der aktuell eingestellten Pinselspitze gefüllt.

Das Kabel ist schon mal erstellt.

 

4. Erstelle nun fünf neue leere Ebenen und benenne sie von oben nach unten entsprechend Deiner Zerlegung. In meinem Fall habe ich die Ebenen »Fassung Schattierung«, »Fassung Farbe«, »Birne Schatten«, »Birne Lichter« und »Birne Farbe« genannt.

5. Wähle nun das Pinsel-Werkzeug und stelle die erste Teil-Pinselspitze der Glühbirne ein. Ich beginne mit der Fassung. Du benötigst im Prinzip nur drei Pinsel-Parameter:

  • Mit der Größe stellst Du die Größe der Glühbirnen ein.
  • Mit Abstand regelst Du den Abstand zwischen den Birnen.
  • Im Reiter Formeigenschaften stellst Du außerdem unter Winkel-Jitter bei Steuerung den Eintrag Richtung ein. Das ist wichtig, damit sich die Pinselspitze an den Kurvenverlauf anpasst.

Finger weg vom Jitter

Es ist wichtig, nirgendwo Werte bei Jitter-Reglern einzustellen, denn dadurch würden die Pinselspitzen bei jedem neuen Anlauf anders verteilt. Die Bestandteile der Birne lägen nicht mehr genau übereinander.

Einstellungen im Pinsel-Bedienfeld. Ich habe mich für eine Größe von 120 Px entschieden.

 

 

6. Dann klicke im Pfade-Bedienfeld erneut auf den Pfadkontur-füllen-Button , um die erste Glühbirnen-Reihe zu erstellen.

7. Merke Dir die Werte bei Größe und Abstand! Denn genau dieselben Werte musst Du nun auch bei den übrigen Glühbirnen-Pinselspitzen einstellen.

Was kann alles falsch laufen?

Wenn Deine Pinselspitzen unterschiedliche Größen haben, ist etwas bei der Erstellung falsch gelaufen. Dann musst Du sie neu erstellen. Es könnte sein, dass ein Hilfspixel nicht gesetzt ist.
Wenn die Glühbirnen klein anfangen, größer werden und wieder klein enden, dann hast Du noch die Drucksensibilität aktiviert. Um diese zu deaktivieren, wähle im Bedienfeldmenü des Pfade-Bedienfelds Pfadkontur füllen und deaktiviere das Häkchen bei Druck simulieren.

8. Fülle nun die einzelnen Ebenen nacheinander mit der jeweiligen Pinselspitze.

Die Fassungen sind schon fertig.

 

Alle Pinselspitzen wurden aufgetragen.

 

Die Lichterkette zum Leben erwecken über Ebenenstile

Nachdem die Glühbirnen fein säuberlich auf Ebenen verteilt sind, können sie nun gezielt über Ebenenstile eingefärbt werden. Die Einstellungen werden zugleich bei allen Lichtern wirksam. Das ausgesandte Licht wird einfach über einen Ebenenstil Schein nach außen bei der deckenden Ebene »Birnen Farbe« eingestellt. Lass Deiner Kreativität einfach freien Lauf und experimentiere ein bisschen herum.

So sieht es bei mir aus.

 

Die Lichterkette um einen Text legen

Nachfolgend möchte ich nur kurz darauf eingehen, wie ich die Lichterkette, die oben abgebildet ist, erstellt habe.

1. Text erstellt und mit Holzstruktur gefüllt

 

2. Pfad aus Text erstellt und mit einer speziellen Blätter-Pinselspitze gefüllt

 

3. Pfad für Kabel erstellt

 

4. Pfadkontur mit harter Pinselspitze gefüllt und danach einen Ebenenstil zugewiesen

 

5. Verdeckte Kabelteile über Ebenenmaske gelöscht

 

6. Weihnachtslichter erstellt

 

7. Verdeckte Weihnachtslichter über Ebenenmaske entfernt

 

8. Ebenenstile den Lichtern zugewiesen

 

9. Hintergrund geändert und noch ein paar Feinheiten eingebaut

 

Fazit

Die Erstellung eines Lichterketten-Pinsels ist schon ein wenig »tricky«. Wenn man aber das Grundprinzip einmal verstanden und sich den aufgeteilten Pinsel erstellt hat, dann kann man sehr schnell individuelle Lichterketten erstellen. Mit wenigen Anpassungen lassen sich auch Lichterketten mit unterschiedlichen Farben erstellen.

Für unsere Abonnenten habe ich meine Arbeitsdatei und die Pinselspitzen nachfolgend zum Download vorbereitet.

Zurück

»Tipp der Woche« weiterlesen

Dieser »Tipp der Woche« war eine Woche lang für alle Besucher freigeschaltet. Nun ist er nur noch für registrierte Nutzer sichtbar.

Um also den ganzen Artikel lesen zu können, loggen Sie sich bitte ein oder registrieren Sie sich.

Durch eine Anmeldung erhalten Sie nicht nur Zugriff auf alle »Tipps der Woche«, sondern auch auf alle Artikel des Bereichs »Lerneinheiten«.

Einloggen oder registrieren

Creative aktuell jetzt gratis testen