Wie Sie individuelle Muster-Hintergründe in Photoshop erzeugen

von Martin Vogler

Wie Sie individuelle Muster-Hintergründe in Photoshop erzeugen

Anhand eines Ostereis wollen wir Ihnen einmal zeigen, welche Möglichkeiten Photoshop bietet, um Hintergründe und Hintergrundvariationen zu erzeugen. Natürlich eignet sich dies nicht nur für Ostern. Sie können jedes beliebige Muster wählen und faszinierende Variationen einstellen.

Bild: So eine Musterfüllung ist schnell erzeugt

 

Die dafür notwendige Funktion, nämlich die geskriptete Füllung, gibt es seit Photoshop CS6. Sie geht ein wenig unter, offenbart jedoch eine ungeahnte Fülle von Einstellmöglichkeiten. Sehr komfortabel und mit wenigen Klicks können durchaus ansprechende und zufällige Hintergrundfüllungen erzeugt werden.

Musterfüllungen in Photoshop – kaum gekannt, kaum genutzt

Als Vorbereitung erstellen Sie ein Osterei oder aber nehmen dieses hier. Es kann eines mit Muster sein. Die Farbe spielt keine Rolle, es sollte nur nicht ganz weiß sein.

Wählen Sie das Osterei aus bzw. stellen Sie es frei und wählen den Befehl Bearbeiten → Muster festlegen. Vergeben Sie einen passenden Namen und klicken Sie OK.

Bild: Machen Sie aus dem Ei ein Muster. Es ist zu empfehlen, dass es auf transparentem Hintergrund liegt. Dadurch haben Sie später flexiblere Möglichkeiten.

 

Ausgestattet mit diesem Muster können wir nun auf Entdeckungsreise gehen. Wählen Sie Bearbeiten → Fläche füllen, stellen Sie Ihr zuvor erstelltes Muster als Eigenes Muster ein. Nun aktivieren Sie das Häkchen bei Skript und erhalten im Pull-down-Menü verschiedene Optionen.

Bild: Stellen Sie Ihr Muster als Füllung ein und aktivieren Sie das Häkchen bei Skript.

 

Die Ziegelfüllung

Bei dieser wird das Muster einfach so oft wiederholt, bis die Fläche damit gefüllt ist. Sie können aber einige interessante Dinge einstellen:

  • Musterskalierung: Bei einem Wert von »1« wird das Muster in Originalgröße wiederholt, bei kleineren oder größeren Werten skaliert.
  • Abstand: Hier geben Sie ein, wie viele Pixel zwischen den Mustern liegen sollen.
  • Abstand zwischen den Zeilen: Über diesen Regler können Sie die Zeilen gegeneinander verschieben. Bei einem Wert von »50 %« haben Sie exakt mittig gegeneinander versetzte Zeilen.
  • Zufälligkeit der Farbe: Hier wird der Farbton variiert. Je größer der Wert, desto höher die Sättigung der Farbvariation
  • Zufälligkeit der Helligkeit: Bei diesem Wert können Sie einstellen, ob das Muster mal heller und mal dunkler erscheinen soll.
  • Drehwinkel des Musters: Wenn Sie das Muster anschrägen wollen, drehen Sie an diesem Regler.

Bild: Hier wurden die Zeilen »50 %« gegeneinander verschoben und die Zufälligkeit von Farbe und Helligkeit variiert.

 

Dreherbindung

Bei diesem Skript wird das Muster ebenfalls wiederholt, jedoch bei jeder Wiederholung um 90° gedreht. Die Einstellmöglichkeiten sind weniger umfangreich. Sie kennen sie bereits von der Ziegelfüllung.

Bild: Bei dieser Füllung wurde der Abstand zwischen den Mustern erhöht und auch eine etwas größere Farbzufälligkeit eingestellt.

 

Entlang Pfad platzieren

Bei dieser Musterfüllung wird ein Pfad benötigt. Diesen erstellen Sie zum Beispiel mit dem Zeichenstift oder einem der Form-Werkzeuge.

Je nach Pfad sind hier die Werte bei der Musterskalierung und beim Abstand ganz wesentlich dafür verantwortlich, ob es vernünftig aussieht. Über die restlichen Regler können Sie den Eindruck der Zufälligkeit erhöhen. Probieren Sie einfach die Möglichkeiten aus, um die Effekte kennenzulernen.

Bild: Hier wurde zunächst ein Text in einen Pfad umgewandelt. Die Eigröße musste stark verringert werden, damit der Text zum Vorschein kommen kann.

 

Zufällige Füllung

Wollen Sie einfach nur Eier willkürlich verstreuen, dann sind Sie hier richtig. Über die Dichte können Sie festlegen, wie die Muster zusammenliegen sollen. Stellen Sie außerdem über den Skalierungsfaktor ein, wie stark die Eier in der Größe variieren sollen. Bei Aktivierung von Muster drehen wird jedes Muster zudem um einen x-beliebigen Winkel gedreht, was den Eindruck von Zufälligkeit deutlich erhöht.

Bild: Eine zufällige Ostereier-Füllung

 

Spirale

Bei diesem Skript werden die Musterfüllungen entlang einer Spirale wiederholt. Sie können einstellen,

  • wie groß die Mustereinheiten sein sollen (Musterskalierung),
  • wie weitläufig die Spirale sein soll (Ringabstand),
  • wie groß der Abstand zwischen den Mustern sein soll (Musterabstand) und
  • wie stark die Farben und die Helligkeit variieren sollen (Zufälligkeit [...] ).

Wenn Sie zudem die Checkbox Muster aufrecht erhalten deaktivieren, wird das Muster bei jeder Wiederholung kontinuierlich verdreht.

Bild: Beispiel einer Spiralfüllung

 

Und noch eine Variation:

Bild: Wenn Sie den Musterabstand verringern, können Sie Luftschlangen erzeugen.

 

Symmetrische Füllung

Dieses Füllskript liefert eine Vielzahl vorgegebener Symmetrie-Schemata, an denen sich die Wiederholung der Muster orientiert. Hier hilft eigentlich nur: selbst rumprobieren. Denn die Einstellmöglichkeiten sind unerschöpflich und das Ergebnis je nach Muster total unterschiedlich. Ein paar Beispiele:

Bild: Hintergrund-P4G-Symmetrie

 

Bild: Hintergrund-CM-Symmetrie

 

Bild: Dilative Rotationssymmetrie

 

Fazit

Wie Sie sehen, braucht man sich mit Photoshop keine Sorgen machen, wenn es um die vielfältige Gestaltung von Hintergrundfüllungen geht. Die einzige Herausforderung ist es, die Möglichkeiten genau einschätzen und am Ende auch gezielt nutzen zu können. Aber selbst wenn man nur Trial & Error betreibt: Für eine Inspiration ist in jedem Fall gesorgt.

Zurück

»Tipp der Woche« weiterlesen

Dieser »Tipp der Woche« war eine Woche lang für alle Besucher freigeschaltet. Nun ist er nur noch für registrierte Nutzer sichtbar.

Um also den ganzen Artikel lesen zu können, loggen Sie sich bitte ein oder registrieren Sie sich.

Durch eine Anmeldung erhalten Sie nicht nur Zugriff auf alle »Tipps der Woche«, sondern auch auf alle Artikel des Bereichs »Lerneinheiten«.

Einloggen oder registrieren

Creative aktuell jetzt gratis testen