Wie man einen transparenten Glastext im Stil von SKY mit Photoshop gestaltet

von Martin Vogler

Wie man einen transparenten Glastext im Stil von SKY mit Photoshop gestaltet

Texte mit Glaseffekten sind immer noch sehr gefragt. Warum auch nicht? Wenn die Gestaltung gelingt, dann entsteht ein toller Eyecatcher, so wie beim Sender SKY. Mich hat einfach mal interessiert, wie nah man alleine mit Ebenenstilen an das Original herankommen kann. Möchten Sie erfahren, wie man ganz schnell Glasschriften im Stil von SKY gestaltet – und das auch noch nichtdestruktiv? Dann lesen Sie einfach weiter ...

Als der Paysender SKY vor ein paar Jahren sein neues Logo präsentierte, musste man sich erst einmal ein wenig verwundert die Augen reiben: Waren die Zeiten von Glas- und Aqua-Effekten nicht schon lange vorbei? Bis heute zieht man diesen Look aber konsequent durch und erreicht damit zumindest eine gewisse Wiedererkennung.

Der fertig gestaltete Effekt. Weiter unten erläutere ich Ihnen auch noch, wie Sie die Refraktionen in der Glasschrift ganz schnell und nichtdestruktiv umsetzen.

 

Ein paar vorauseilende Gedanken zur Umsetzung

Um den Glaseffekt des SKY-Logos originalgetreu nachzubauen, reicht Photoshop alleine nicht. Ohne zu wissen, wie das Designbüro dabei vorgegangen ist – es sieht doch stark danach aus, als ob ein 3D-Programm geholfen hat. Natürlich kann es aber auch sein, dass die Spiegelungen (wie früher) gezielt und gekonnt mit Vektorwerkzeugen angelegt wurden.

Das Logo des Senders SKY (Quelle: Google-Bildersuche)

 

Meine Version beruht alleine auf Photoshop-Ebenenstilen. Das hat den Vorteil, dass der Effekt leicht konserviert und übertragen werden kann. Auch kann man ohne zittrige Hand einfach mal ein bisschen mit den Einstellungen herumspielen, ohne gleich was kaputt zu machen.

Seit Photoshop CC 2014 gibt es die Möglichkeit, mehrere gleichartige Ebeneneffekte, zum Beispiel Konturen, in einem Gesamt-Ebenenstil zu integrieren. Wer eine ältere Photoshop-Version nutzt, muss leider den Effekt auf mehrere Ebenen aufteilen.

Den Basis-Glaseffekt mit Farbverlauf gestalten

1.Öffnen Sie ein Logo Ihrer Wahl oder geben Sie einen Versuchstext mit dicken Buchstaben ein. Mein Versuchslogo hat eine Höhe von 1000 Pixeln. Die nachfolgenden Ebenenstil-Einstellungen beziehen sich also auf diese Größe.

Auf diese Version des SKY-Logos wird der Effekt nachfolgend angewandt.

 

Mit größeren Dateien arbeiten

Ich empfehle, Gestaltungen generell etwas größer anzulegen, selbst wenn man nur für das Web oder digitale Produktionen arbeitet. Denn beim Arbeiten mit Bitmaps kann man jederzeit ohne Probleme verkleinern. Beim Vergrößern treten aber unweigerlich Qualitätsverluste ein.

2.Legen Sie nun einen neuen Ebenenstil an, indem Sie die Textebene markieren und auf den fx-Button im Ebenen-Bedienfeld klicken.

3.Zuerst kümmern wir uns um die Verlaufsfüllung. Zunächst klicken Sie auf den Verlauf und stellen folgenden Regenbogenverlauf ein:

  • An der Position »0 %«: #ff0000
  • An der Position »20 %«: #ff9900
  • An der Position »40 %«: #ff0000
  • An der Position »60 %«: #9900ff
  • An der Position »80 %«: #00ffff

Vergeben Sie bei Name einen Namen und klicken Sie auf Neu, um den Verlauf als eigene Vorgabe zu speichern.

Der eingestellte Verlauf

 

Nach Klick auf OK treffen Sie folgende weitere Einstellungen:

  • Füllmethode: Normal
  • Deckkraft: »100 %«
  • Winkel: »-53°«
  • Skalieren: »140 %«

Einstellungen für die Verlaufsfüllung

 

4.Nun kümmern wir uns um Abgeflachte Kante und Relief. Sie können die Einstellungen natürlich jederzeit nach eigenem Geschmack variieren.

  • Stil: Abgeflachte Kante innen
  • Technik: Abrunden
  • Tiefe: »75 %«
  • Richtung: Nach oben
  • Größe: »65 Px«
  • Weichzeichnen: »0 Px«
  • Winkel: »150°«
  • Höhe: »83°«
  • Glanzkontur: Linear
  • Lichtermodus: Weiß mit Negativ multiplizieren und Deckkraft »80 %«
  • Tiefenmodus: Schwarz mit Multiplizieren und Deckkraft »86%«

Im Untermenü Kontur stellen Sie als Kontur die Gaußsche Normalverteilung ein und einen Bereich von »100 %«.

Die Einstellungen im Bereich Abgeflachte Kante und Relief

 

5.Der Glanz-Ebenenstil ist zwar nicht zwingend notwendig. Ohne ihn wirkt das Glas etwas reiner. Er verstärkt aber ein wenig den Eindruck von Zufälligkeit und simuliert Lichtreflexionen.

  • Füllmethode: Negativ multiplizieren
  • Weiße Farbe
  • Deckkraft: »60 %«
  • Winkel: »90°«
  • Abstand: »87 Px«
  • Größe: »77 Px«
  • Kontur: Halbrund

Einstellungen für den Glanz

 

6.Nun wird auch ein kleiner Schlagschatten eingestellt. Ist zwar ebenfalls nicht zwingend notwendig. Dadurch setzt sich der Text aber ein bisschen besser vom Hintergrund ab. Hier sind die grundlegenden Einstellungen, die ich verwendet habe:

  • Winkel: »90°«
  • Abstand: »11 Px«
  • Größe: »37 Px«

Schauen wir uns einmal an, wie es bis jetzt aussieht:

Das Zwischenergebnis

 

Ein Problemfall: Die Kontur

Wenn man das SKY-Logo aus der Nähe betrachtet, dann fällt nicht nur auf, dass es eine Umrandung besitzt, sondern dass diese Umrandung auch noch eigene Reflexionen besitzt und erzeugt. Dies können wir allenfalls simulieren, aber nicht realistisch nachbilden.

Die Kontur des SKY-Logos – unmöglich mit Ebenenstilen nachzubauen

 

Leider kann man (im Moment noch) nicht mehrere Ebeneneffekte Abgeflachte Kante und Relief in einem Ebenenstil anlegen. Und ich wollte unbedingt alles in einem Stil drinnen haben, ohne auf mehrere Ebenen verteilen zu müssen.

7. Daher legen wir nun einfach mehrere Kontur-Ebenenstile an. Natürlich nur eine Notlösung. Besitzer älterer Photoshop-Versionen müssen diese leider auf mehrere Ebenen verteilen. Nutzer von CC 2014 können im selben Ebenenstil fortfahren und die zusätzlichen Konturen über den Plus-Button anlegen.

Wir legen drei verschiedene Kontur-Stile an (von oben nach unten im Ebenenstil-Dialog).

Kontur 1: Größe »4 px«, Position Innen, Deckkraft »40 %«, Überdrucken aktiviert, Füllart Verlauf, Verlauf von Weiß nach Weiß transparent, Art Explosion, Winkel »90°«.

Kontur 2: Größe »8 px«, Position Innen, Deckkraft »50 %«, Überdrucken aktiviert, Füllart Verlauf, Verlauf von Weiß transparent nach Weiß , Art Explosion, Winkel »90°«.

Kontur 3: Größe »12 px«, Position Innen, Deckkraft »50 %«, Überdrucken aktiviert, Füllart Verlauf, Verlauf wie bei der Verlaufsüberlagerung (gespeichert), Art Linear, Winkel »-53°«, Skalieren »100°«.

 

Damit hätten wir die Farbverlaufsversion fertig gestaltet:

Die fertige Farbverlaufsversion

 

Ebenenstile skalieren

Wenn Sie Ihren gespeicherten Ebenenstil später in einer anderen Datei anwenden, kann es sein, dass es nicht so gut aussieht, weil die Datei deutlich kleiner oder größer ist. Sie können dies aber korrigieren, indem Sie den Ebenenstil als Ganzes relativ skalieren und zwar über den Befehl Ebene → Ebenenstil → Effekte Skalieren.

Das Glas-Logo um Refraktionen (Lichtbrechungen) erweitern

Wir wollen nun den Glaseffekt verstärken und dem Logo einen Hauch von realistischer Anmutung verleihen. Dazu machen wir zunächst das Innenleben des Logos transparent.

1. Deaktivieren Sie den Ebenenstil Verlaufsüberlagerung.

2. Deaktivieren Sie den Ebenenstil 3, der die Regenbogen-Verlaufskontur besitzt.

3. Stellen Sie im Ebenen-Bedienfeld den Regler Fläche auf »0%«. Damit ist auch die Eigenfarbe des Logos transparent gesetzt.

Damit sieht es so aus:

Eigenfarbe und Ebenenstil-Farben wurden ausgeschaltet.

 

4. Nun laden wir ein Bild in den Hintergrund und sehen, dass der Glaseffekt des Logos bereits seine Wirkung zeigt.

Ein Bild wurde in den Hintergrund gelegt.

 

5. Nun verwandeln Sie Ihr Hintergrundbild in ein Smartobjekt. Klicken Sie dazu mit der rechten Maustaste auf die Ebene und wählen Sie aus dem Kontextmenü den Befehl In Smartobjekt konvertieren.

Smartobjekte für den schnellen Motivtausch

Das hat den Vorteil, dass Sie das Motiv später mit einem Klick austauschen können. Sie werden sehen, dass sich dann auch die Refraktionen automatisch an das neue Smartobjekt anpassen.

6. Nun erstellen wir eine Struktur-Datei für die Refraktion. Klicken Sie im Protokoll-Bedienfeld auf den Neues-Dokument-Button unten , um den kompletten Arbeitsstand, also Bildhintergrund und Glastext, in eine neue Datei zu bringen.

7. Wechseln Sie zur neuen Datei und weisen der Bildebene einen Ebenenstil Farbüberlagerung mit weißer Farbe zu.

8. Weisen Sie auch dem Glastext einen (zusätzlichen) Ebenenstil Farbüberlagerung zu, jedoch in schwarzer Farbe.

Nach Zuweisen der Farbüberlagerungen

 

9. Markieren Sie beide Ebenen und wandeln Sie diese in ein Smartobjekt um. Dies ist notwendig, damit nachfolgend weichgezeichnet werden kann.

10. Wählen Sie Filter → Weichzeichnungsfilter → Gaußscher Weichzeichner und stellen Sie hier einen Radius von »7,4 Pixel« ein. Sie können dies später jederzeit noch ändern.

Nach der Weichzeichnung

 

11. Speichern Sie die Datei als Photoshop-Datei (.psd), am besten mit dem Namenszusatz »map«.

12. Wechseln Sie wieder zur ersten Datei, duplizieren Sie das Hintergrundmotiv und legen Sie das Duplikat über die Glastext-Ebene.

13. Wählen Sie nun Filter → Verzerrungsfilter → Glas. Im Menü angekommen wählen Sie eine Verzerrung von »18«, klicken auf den kleinen Menübutton bei Struktur, klicken Struktur laden und wählen Ihre zuvor gespeicherte Strukturdatei.

Der Glasfilter sorgt für den Glaseffekt.

 

Jetzt ist die Refraktion bereits zu sehen. Sie können diese jederzeit feintunen, indem Sie entweder die Glasfilter-Verzerrung anpassen oder aber die Weichzeichnung in der Strukturdatei anpassen.

Die Refraktion

 

14. Nun ist es nur noch ein kleiner Schritt zum Endergebnis. Markieren Sie die Refraktionsebene, also die Ebene, die über dem Glastext liegt, und wählen Sie Ebene → Schnittmaske erstellen. Alternativ können Sie auch mit gedrückter Alt-Taste auf die kleine Linie zwischen diesen beiden Ebenen klicken.

Das Endergebnis

 

Nun wollen wir mal sehen, wie es aussieht, wenn wir den Inhalt des Smartobjekts austauschen.

15.Doppelklicken Sie auf das Bildmotiv, um das Smartobjekt zu öffnen, kopieren Sie ein neues Foto hinein und schließen Sie das Smartobjekt wieder.

Mit einem Klick ist das Motiv ausgetauscht.

 

Und noch ein Beispiel:

Noch ein neues Motiv. Irgendwie spannend, wie sich die Refraktionen immer wieder mit nur einem Klick verändern.

 

Hier noch die fertige Ebenenstruktur:

Die Ebenenstruktur

 

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