In fünf Schritten zur 4K-Video-Slideshow in Photoshop

von Martin Vogler

In fünf Schritten zur 4K-Video-Slideshow in Photoshop

Wer eigene Gestaltungen in einer Video-Slideshow präsentieren möchte, braucht dafür keine Software anzuschaffen oder sich in Videoschnitt-Software einzuarbeiten. Denn auch in Photoshop können ansprechende Diashows erstellt werden – die sogar die Auflösung von Ultra-HD-Fernsehern nutzen. Ich zeige Dir, wie Du in fünf Schritten zum Ziel kommst, und verrate Dir auch ein paar Besonderheiten, die Photoshop dabei bietet.

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Ich habe auch wieder eine Videoversion erstellt, die Ihr über Youtube ansehen könnt.

Video: In fünf Schritten zur 4K-Video-Slideshow in Photoshop

 

Gleich vorweg: Wenn Du keine 4K-Auflösung benötigst und sehr umfangreiche Diashows erstellen möchtest, dann ist es sinnvoller, dies über Lightroom zu erledigen. Lightroom besitzt einen eigenen Reiter für die Erstellung von Diashows, der inzwischen ganz ordentliche Möglichkeiten bietet, zum Beispiel auch Schwenken und Zoomen (Ken-Burns-Effekt).

Allerdings kann man Diashow-Filme in Lightroom nur mit einer maximalen Auflösung von 1080p rendern lassen, was schade und auch ein bisschen unverständlich ist. Umso erfreulicher ist es, dass man dafür in Photoshop Ultra-HD-Slideshows erzeugen kann.

Lightroom besitzt eine inzwischen sehr brauchbare Diashow-Funktion, über die man auch Filme erstellen kann.

 

Mit Material in 4K-Auflösung zu arbeiten, bringt einen Rechner normalerweise ziemlich zum Schwitzen. Da macht auch die Diashow-Erstellung in Photoshop keine Ausnahme, vor allem wenn sie viele Slides besitzen soll. Es gibt aber einen kleinen Trick, der auch auf langsamen Rechnern ein relativ zügiges Arbeiten ermöglicht, dazu später mehr.

1. Bilder importieren

Als Vorbereitung legst Du zunächst eine neue Photoshop-Datei mit den Maßen 3840 mal 2160 Pixeln an. Das ist die übliche 4K-Auflösung.

Neues Dokument mit 4K-Bildgröße

 

Wähle Fenster → Zeitleiste und klicke auf Videozeitleiste erstellen.

Auf den Button Videozeitleiste erstellen klicken

 

Klicke im Zeitleiste-Bedienfeld rechts auf das kleine Plus-Symbol, um die Fotos für die Diashow zu laden. Markiere sie im Öffnen-Dialog und klicke auf Öffnen. Du kannst (und solltest) die Bilder in maximaler Auflösung importieren. Dann kommt es auch bei Zoom-Effekten nicht zu Unschärfen.

Bilder für die Diashow öffnen

 

Die Bilder werden nun in eine neue Videogruppe gelegt. Die leere Hintergrundebene benötigst Du darin jetzt nicht mehr. Lösche sie einfach, sodass sich nur noch die Fotos in der Videogruppe befinden.

Klicke die Ebenen im Ebenen-Bedienfeld nacheinander mit der rechten Maustaste an und wähle jeweils In Smartobjekt konvertieren.

Mehr Möglichkeiten dank Smartobjekten

Das Konvertieren in Smartobjekte bietet Dir unter anderem die Möglichkeit, Motive schnell durch andere ersetzen zu können. Außerdem kannst Du die Bilder dann auch mehrfach skalieren, ohne Qualitätsverlust befürchten zu müssen – natürlich nur, sofern Du sie nicht größer als das Original ziehst.

2. Länge und Reihenfolge der Slides festlegen

Neue Slides werden immer mit einer Länge von fünf Sekunden in der Videozeitleiste angelegt. Daran kann man leider nichts ändern. Eigentlich schade. Besonders ärgerlich ist, dass man nicht einmal die Länge mehrerer Slides zugleich ändern kann.

Durch Klicken auf den Berge-Icon unten im Zeitleiste-Bedienfeld kannst Du den Zoomfaktor so anpassen, dass alle Slides im Bedienfeld zu sehen sind. Alternativ kannst Du auch am Regler ziehen.

Zoomfaktor der Zeitleiste einstellen

 

Einblenddauer verändern

Um die Einblenddauer eines Slides zu verlängern (oder zu verkürzen), ziehe einfach am rechten Rand des Slides. In meinem Beispiel verlängere ich die Einblenddauer auf zehn Sekunden.

Verlängerung der Einblenddauer eines Slides: einfach den Slide nach rechts verlängern.

 

Wiederhole diese Arbeitsweise bei allen Slides, deren Einblenddauer Du verlängern (oder auch verkürzen) möchtest.

Abspiel-Reihenfolge verändern

Nun solltest Du Dir Gedanken über die Reihenfolge der Slides machen. Am komfortabelsten änderst Du die Reihenfolge über das Ebenen-Bedienfeld. Wenn Du ein Bild vor einem anderen Bild abspielen möchtest, verschiebe dessen Ebene unter die Ebene des anderen Bildes.

Die Reihenfolge der Slides kann auch über das Ebenen-Bedienfeld festgelegt werden. Entsprechend ändert sich auch die Reihenfolge im Zeitleiste-Bedienfeld.

 

Schwenken und Zoomen berücksichtigen

Bei der Festlegung der Reihenfolge solltest Du immer eine gewisse Abwechslung im Auge behalten. Es sollten also zum Beispiel nicht zwei gleichartige Motive (z. B. zwei weiße Blumen) nacheinander gezeigt werden und auch nicht zwei gleichartige Slide-Animationen nacheinander ablaufen.

Verringere die Größe der (im Moment noch übergroßen) einzelnen Bilder und nähere sie an die Arbeitsfläche an, indem Du

1. die jeweilige Bildebene im Ebenen-Bedienfeld markierst, dann

2. den blauen Scrubber über den entsprechenden Slide im Zeitleiste-Bedienfeld bewegst und

3. Strg/Befehl + T drückst.

Skaliere das Bild so, dass es ein bisschen über die Arbeitsfläche hinausragt. Dann zeigst Du in etwa die Original-Bildkomposition und hast dennoch Spielraum für Animationseffekte.

Skalieren des Bildes

 

Lahmenden Rechner wieder flott machen

Wenn Du sehr viele Bilder in die Diashow lädst, kann es sein, dass die Performance Deines Systems spürbar darunter leidet. Eine Photoshop-Datei in einer Größe von 3840 mal 2160 Pixeln, die noch dazu viele Ebenen besitzt, verschlingt nämlich viel Arbeitsspeicher.

Du kannst aber die Performance dadurch verbessern, indem Du einfach die Bildgröße für die Zeit der Diashow-Erstellung verringerst, zum Beispiel auf 800 mal 450 Pixel . Bevor Du die endgültige Diashow renderst, erhöhst Du sie dann einfach wieder auf die 4K-Auflösung. Das ist ohne Detailverluste möglich, da Du mit Smartobjekten arbeitest.

Es kann Sinn machen, die Bildgröße vorübergehend zu verringern, um die Slideshow-Erstellung flüssiger zu gestalten.

 

3. Animationseffekte einstellen

Das Einstellen der Zoom- und Schwenkeffekte wurde sehr einfach umgesetzt. Adobe hat hier spürbar auf Anwender Rücksicht genommen, die keine Animationserfahrung haben und einfach nur schnell Slideshows machen möchten. Du musst keine eigenen Keyframes (Schlüsselbilder) definieren. Diese Einfachheit hat aber auch ihren Preis: Du hast keinen Einfluss auf die Zoom- und Schwenkintensität.

Klicke mit der rechten Maustaste auf den ersten Slide. Es erscheint ein kleiner Dialog Bewegung, über den Du eine Animation wählen kannst. Alternativ öffnest Du diesen Dialog durch Klick auf das kleine Dreieck am rechten oberen Eck des Slides.

Einstellen der Animation

 

Es stehen verschiedene Bewegungseffekte zur Wahl. Schwenken und Zoomen erzeugt den beliebten Ken-Burns-Effekt. Du kannst die Bewegungs- und/oder die Zoomrichtung einstellen

Du kannst für jeden Slide eine eigene Animation einstellen. Ich empfehle, darauf zu achten, dass sich die Zoom- und Bewegungsrichtungen zwischen den Slides immer abwechseln. Da mir die Bewegung zu extrem ist, wähle ich in meinem Beispiel nur die Zoom-Animation.

4. Übergänge einstellen

Auch das Erstellen von Übergängen ist einfach. Klicke auf das Übergangs-Symbol rechts und ziehe die gewünschte Übergangsanimation zwischen zwei Slides. Ich entscheide mich für den Übergang Überblenden.

Der Übergangseffekt wird zwischen zwei Slides gezogen.

 

Um das Video über Schwarz ein- und nach Schwarz auszublenden, wähle den Übergang Schwarz überblenden und ziehe ihn an den Anfang und an das Ende des Films.

Den Anfang über Schwarz einblenden

 

Du könntest nun übrigens die Slideshow auch noch mit einem Musikstück unterlegen, indem Du unten bei Audiospur rechts auf das Plus-Symbol klickst und eine beliebige Audiodatei einlädst. Sollte das Musikstück länger dauern als die Slideshow, dann verkürze es auf die selbe Weise, wie Du auch ein Slide verkürzen würdest.

Integration eines Songs. Wenn Du auf den kleinen grünen Pfeil im Sound-Slide klickst, kannst Du über einen kleinen Dialog den Song ein- und ausblenden sowie dessen Lautstärke einstellen.

 

Die Slideshow testen

Du testest die Diashow, indem Du auf den Abspielen-Button klickst. Wenn die Animation zu langsam abläuft, weil Dein Rechner die Datenmenge nicht packt, dann kannst Du dies über zwei Maßnahmen beheben:

  • Klicke auf das kleine Zahnrad und verringere die Auflösung auf »25 %«.

Durch eine Verringerung der Auflösung verbessert sich die Abspielperformance.

 
  • Oder öffne das Bedienfeld-Menü des Zeitleiste-Bedienfelds und wähle Überspringen von Frames zulassen. Das führt zwar unter Umständen zu einer leicht ruckelnden Animation. Dafür kannst Du genau prüfen, ob die Anzeigedauer angemessen ist.

Bilder austauschen

Wenn Du übrigens ein Motiv durch ein anderes ersetzen möchtest, dann klicke einfach doppelt auf das Smartobjekt und ersetze dessen Inhalt. Natürlich macht es Sinn, danach die Animation des Slides neu auf das Motiv abzustimmen.

5. Diashow rendern

Um die Diashow zu rendern, klicke auf das Bedienfeld-Menü des Zeitleiste-Bedienfelds und wähle Video rendern. Vergiss aber nicht, die Dateigröße zuvor wieder zu erhöhen, falls Du sie zum Zwecke der besseren Performance heruntergeschraubt haben solltest.

Im nachfolgenden Menü kannst Du das Videoformat und die Videoqualität einstellen. Die höchste Qualität geht natürlich mit enormen Dateigrößen einher. Entscheide selbst, was für Dich den besten Kompromiss aus Dateigröße und Bildqualität darstellt.

Einstellung der Videoqualität

 

Extra-Tipp: Diashow-Vorlage erstellen

Zum Schluss noch ein kleiner Tipp für den Fall, dass Du doch öfters mal eine 4K-Slideshow in Photoshop erstellen möchtest. Hier macht es durchaus Sinn, dass Du Dir einmalig eine Blanko-Animation mit relativ vielen Slides als Vorlage anlegst. Die Ebenen sollten jeweils in Smartobjekte konvertiert worden sein. Wenn Du dann eine neue Slideshow erstellen möchtest, ersetzt Du einfach den Inhalt der Smartobjekte.

Fazit

Es ist also nicht schwer, in Photoshop eine animierte Ultra-HD-Slideshow auf die Beine zu stellen. Wenn man jedoch eine individuelle Abstimmung der Animationseffekte wünscht, dann muss man am Ende doch den Weg über eigene Keyframe-Animationen gehen.

Ergebnis: eine 4K-Slideshow mit Musikuntermalung

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