Photoshop 2022 ist erschienen – diese neuen Funktionen bietet das Update

von Martin Vogler

Photoshop 2022 ist erschienen – diese neuen Funktionen bietet das Update

Wie inzwischen jedes Jahr wurde auf der Adobe MAX wieder ein großes Update für Adobe Photoshop präsentiert. In diesem Artikel erläutern wir, welche neuen Funktionen hinzugekommen sind und welche Neuerungen oder Änderungen Einzug gehalten haben.

Der Splash-Screen von Photoshop 2022 wurde von Natasha Cunningham gestaltet.

 

Das Wichtigste vorweg: Wir raten Ihnen dringend, bei der Installation einer neuen Version die ältere Version von Photoshop nicht entfernen zu lassen. Ungünstigerweise sind bei der Installation dieses Jahr die Häkchen wieder so gesetzt, dass genau das passieren würde, wenn man ohne Prüfung durchklickt. Achten Sie also darauf, dass das Häkchen bei Frühere Versionen entfernen nicht gesetzt ist.

Achten Sie darauf, dass das Häkchen bei Frühere Versionen entfernen wie hier abgebildet nicht aktiviert ist.

 

Warum ist das so wichtig? Sollte Photoshop 2022 nicht starten oder aufgrund von Bugs nicht stabil laufen, können Sie immer noch mit der Vorgängerversion weiterarbeiten und in aller Ruhe abwarten, bis die neue Version über Bugfixes repariert worden ist und dann vielleicht normal läuft.

Gerade dieses Jahr scheint wieder der Wurm drin zu sein. So klagen zahlreiche Anwender darüber, das neue Funktionen nicht funktionieren oder Photoshop erst gar nicht startet – wobei es eigentlich bis jetzt bei jedem großen Update Beschwerden gab.

Diese Fehlermeldung verheißt leider nichts Gutes ...

 

Wenn Photoshop beim Start Probleme macht ...

Sollte es beim Start eine Fehlermeldung geben, könnte dies an fehlerhaften oder zu zahlreichen Vorgaben liegen. Es ist natürlich verlockend, sich viele kostenlose Pinsel und Muster zu holen. Diese blähen aber auch den Vorgaben-Ordner extrem auf. In meinen Fall waren es mehr als 3 GB! Daher wäre der erste Schritt, sich erst einmal von nicht benötigten Vorgaben zu trennen.
Falls es dann immer noch Probleme geben sollte, empfiehlt Adobe, die Vorgaben neu aufbauen zu lassen. Die Vorgehensweise wird auf dieser Seite geschildert. In Kurzform:
1. Vorlagenordner (Speicherort siehe Link oben) an einem sicheren Ort speichern
2. Photoshop-Vorgaben zurücksetzen (über Voreinstellungen oder Tastenkombination)
3. Photoshop neu starten und wieder beenden
4. Den neu erzeugten Vorgaben-Ordner durch den gespeicherten Ordner ersetzen
Ganz wichtig: Egal was Sie versuchen, machen Sie immer eine Sicherungskopie Ihrer Vorgaben.

Automatische Objekterkennung

Die in Version 2020 eingeführte, auf KI-Funktionen beruhende Objektauswahl wurde weiterentwickelt. Man braucht das auszuwählende Objekt nun nicht mehr selbst einzukreisen. Photoshop erkennt alle Objekte selbstständig – je nach Motiv einmal besser und einmal schlechter.

Dazu markiert man zunächst das Objektauswahl-Werkzeug . Dieses befindet sich in einer Werkzeuggruppe mit dem Zauberstab-Werkzeug und dem Schnellauswahl-Werkzeug . Damit die automatische Erkennung startet, muss der Objektfinder in der Optionenleiste aktiviert sein.

Ist dies der Fall, muss man ein bisschen warten. Danach werden die erkannten Motive beim Überfahren mit der Maus gehighlighted (also auf gut Deutsch farbig markiert). Durch einen Klick bestätigt man die Auswahl des Objekts. Wie bei anderen Auswahl-Werkzeugen kann man andere Objekte mit gedrückter Umschalt-Taste zur Auswahl hinzufügen oder mit gedrückter Alt-Taste aus der Auswahl entfernen.

Die auswählbaren Objekte (oder Objektteile) werden in diesem Fall beim Drüberfahren mit der Maus mit einem transparenten Blauton eingefärbt.

 

In der Optionenleiste gibt es neue Knöpfe, über die man das Verhalten der Funktion steuern kann.

  • Möchte man die Funktion wie vor dem Update nutzen, entfernt man einfach das Häkchen bei Objektfinder.
  • Möchte man sehen, welche Objekte auswählbar sind, klickt man auf den Alle-Objekte-anzeigen-Button . Dann werden alle mit einer Farbüberlagerung versehen.
  • Durch Klick auf das Zahnrad-Symbol öffnet man die Werkzeug-Optionen und kann dann zum Beispiel die Farbe und Anzeigehäufigkeit der Überlagerung einstellen.
  • Standardmäßig sucht Photoshop bei jeder kleinen Änderung von Neuem nach auswählbaren Objekten. Möchte man dies nicht, aktiviert man die Option Manuelle Aktualisierung. Danach wird erst erneut gesucht, wenn der Aktualisieren-Button gedrückt wird.
  • Ist man besonders zufrieden oder unzufrieden mit der getroffenen Auswahl, kann man dies den Entwicklern über den Kommentar-Button mitteilen. Diese Bewertung fließt vermutlich in die Entwicklung der künstlichen Intelligenz mit ein.

An den reichhaltigen Werkzeug-Optionen erkennt man, dass an der Funktion ernsthaft gearbeitet wurde.

 

Schnellmaskierung von Objekten

Die automatische Objekterkennung fließt auch noch in eine weitere neue Funktion mit ein. Ab sofort ist es möglich, alle erkannten Objekte in einem Zug auf Ebenen zu verteilen. Dazu wählt man den Befehl Ebenen → Alle Objekte maskieren.

Allerdings werden erst einmal nur Gruppen mit Ebenenmasken erzeugt. Jedes erkannte Objekt erhält eine eigene Gruppe mit der passenden Auswahl.

Die Objekte werden nicht gleich freigestellt, sondern erst einmal als Ebenenmasken angelegt und auf Ebenengruppen verteilt.

 

Das ist im Prinzip eine relativ clevere Lösung. Denn die Auswahlen müssen in der Regel erst noch verbessert werden, bevor sie professionellen Ansprüchen genügen. Würde man für jedes Objekt die Ausgangsebene duplizieren und mit einer Ebenenmaske versehen, könnte das die Dateigröße in manchen Fällen extrem erhöhen. Und würde man die Objekte direkt freistellen, könnten die Auswahlen nicht mehr verbessert werden.

Bevor man also die Objekte als konkrete Pixelebenen anlegt, kann man zunächst noch deren Auswahlen optimieren, zum Beispiel im Dialog Auswählen und maskieren.

Um eine Auswahl zu optimieren, markiert man eine Gruppe und wählt Auswahl → Auswählen und maskieren.

 

Ist man mit der Auswahl eines Objekts schließlich zufrieden, zieht man einfach ein Duplikat der Hauptebene mit gedrückter Alt-Taste in die Ebenengruppe und stellt das Objekt damit frei.

Damit das Objekt letztendlich freigestellt wird, erzeugt man ein Duplikat der Hauptebene und platziert dieses in der gewünschten Ebenengruppe. Dies geht auch in einem Schritt, nämlich indem man die Hauptebene im Ebenen-Bedienfeld mit gedrückter Alt-Taste in die Gruppe zieht.

 

Illustrator-Ebenen in Photoshop

Bislang konnte man eine in Illustrator erstellte Grafik nur als Smartobjekt in Photoshop platzieren. Wollte man etwas an dieser ändern, zum Beispiel Farben oder Formen, musste man dafür wieder Illustrator öffnen und die Änderungen dort vornehmen.

Ab sofort ist es möglich, Grafiken aus Illustrator so zu integrieren, dass sie direkt in Photoshop weiterbearbeitet werden können. Die Illustrator-Ebenen werden also als Formebenen in Photoshop angelegt. Was für eine fantastische Neuerung!

Und der Weg ist ganz einfach. Man markiert die Grafik in Illustrator und drückt Strg/Befehl + C.

Die Grafik wird in Illustrator markiert und kopiert.

 

Dann fügt man die Grafik über Strg/Befehl + V in ein geöffnetes Photoshop-Dokument ein. Im nun erscheinenden Einfügen-Dialog markiert man die Option Ebenen.

Die Option Ebenen muss markiert sein.

 

Nach Bestätigen mit OK wird die Grafik mit all ihren Ebenen in das Ebenen-Bedienfeld integriert.

Aus den Illustrator-Ebenen werden Photoshop-Ebenen.

 

Möchte man nun etwas ändern, zum Beispiel die Farbe einer Form, doppelklickt man einfach auf die entsprechende Formebene und stellt die Farbe ein.

Das Ändern einer Farbe ist nun ohne Umweg über Illustrator möglich.

 

»Schönere« Verläufe

Eine eher kleine Neuerung ist bei den Farbverläufen zu finden. Normalerweise finden Verläufe gleichmäßig zwischen zwei Farben statt. Jede Farbstufe besitzt also den gleichen Anteil. Auf diese Abstufung kann man nun über das kleine Pop-down-Menü Methode Einfluss nehmen. Zur Wahl stehen Perzeptiv, Klassisch und Linear.

Im Dialog Verlaufsfüllung gibt es nun ein neues kleines Menü.

 

Die Einstellung Klassisch erzeugt das bisherige Aussehen. Bei Linear und Perzeptiv werden die Abstufungen etwas verändert. Hier wird es wohl in der Praxis darauf hinauslaufen, dass man einfach durch Ausprobieren prüft, ob sich durch eine Änderung der Methode vielleicht ein etwas gefälligerer Look erreichen lässt.

Welche Methode in der Praxis am besten wirkt, muss man dann wohl einfach durch Ausprobieren herausfinden.

 

Kommentare einholen

Dank der Creative Cloud war es bislang bereits möglich, Entwürfe auf den Adobe-Server hochzuladen und das Feedback und Korrekturwünsche von Kunden einzuholen. Allerdings konnte man auf die Kommentare nur über einen Webbrowser reagieren.

Photoshop-Entwürfe mit Kunden teilen

In diesem Artikel erläutern wir die Möglichkeiten ausführlich. Sie erfahren auch alternative Wege, um Feedback und Korrekturen von Kunden einholen zu können.

Um auf Kommentare antworten zu können, musste man bislang den Webbrowser bemühen.

 

Ab sofort können die Kommentare direkt in Photoshop gelesen und beantwortet werden. Zunächst muss der Entwurf als Cloud-Dokument gespeichert werden. Bei speicherintensiven Composings empfiehlt sich, speziell für den Korrektur-Workflow mit einer auf eine Ebene reduzierten Version zu arbeiten – denn es muss schließlich alles auf den Server hochgeladen werden.

Zunächst muss der Entwurf in die Creative Cloud geschickt werden.

 

Danach können Sie den Entwurf teilen bzw. für die Beurteilung freigeben.

Nach Klick auf Freigeben können Sie ausgewählte Personen für die Beurteilung einladen.

 

Über das Kommentare-Bedienfeld können Sie nun die abgegebenen Kommentare sehen und auch direkt auf diese antworten.

Der Umweg über den Webbrowser ist dank des Kommentare-Bedienfelds nicht mehr notwendig.

 

Neue neuronale Filter

Die in Version 2021 neu eingeführten neuronalen Filter, die in Photoshop übrigens immer noch Neural Filters heißen, wurden erweitert und verbessert. Diese beruhen bekanntlich auf Adobe Sensei, Adobes Framework für künstliche Intelligenz. Sie müssen extra heruntergeladen werden und benötigen in der Regel eine Internetanbindung.

Harmonisierung

Dieser neuronale Filter hilft dabei, eine Ebene mit einer anderen Ebene zu verschmelzen. Er erkennt die Farb- und Lichtbedingungen und wendet sie auf die markierte Ebene an. So etwas in der Art kennen wir auch von der Funktion Gleiche Farbe – nur dass die neue Funktion auf KI beruht und deswegen scheinbar/hoffentlich/womöglich bessere Ergebnisse liefert.

Ein typisches Beispiel. Eine im Vordergrund befindliche Person soll mit der Umgebung verschmelzen. Es soll der Eindruck entstehen, als stünde die Person tatsächlich im Raum.

 

Um die Harmonisierung vorzunehmen, markiert man die Ebene, die angepasst werden soll. Dann wählt man Filter → Neural Filters und installiert sich den Filter Harmonisierung.

Im Dialog muss man nun lediglich die Ebene auswählen, an die angeglichen werden soll. Diese wird danach als Referenzbild angezeigt. Nach einer kurzen Wartezeit wird das Ergebnis angezeigt.

Sehr einsteigerfreundlich: die Einstellmöglichkeiten bei der Harmonisierung

 

Es stehen auch einige Regler zur Verfügung, über die das Ergebnis verfeinert werden kann. So können unter anderem die Stärke der Anpassung und die Farben gezielt angepasst werden. Der Filter arbeitet destruktiv, gibt also eine neue Pixelebene aus.

Links: vor der Harmonisierung, rechts: Nach der Harmonisierung. Da in diesem Beispiel der Hintergrund frei von Farbstichen ist, fällt die Anpassung moderat aus.

 

Tiefenunschärfe

Der neuronale Filter Tiefenunschärfe wurde zwar nicht mit Version 2022 eingeführt, sondern schon vor einigen Wochen. Da viele Anwender nicht mit den Ergebnissen zufrieden waren, wurde er nun aber anscheinend noch einmal ein wenig verbessert.

Dieser Filter fügt dem Motiv eine fotografische Unschärfe hinzu. Man bestimmt, welcher Bereich des Bilds im Fokus ist und damit scharf dargestellt wird, und welche unscharf sind. Je weiter Bildteile von der fokussierten Stelle entfernt sind, desto unschärfer werden sie dargestellt. Dadurch wird es zum einen möglich, die Blicke auf bestimmte Bildbereiche zu lenken und das Wichtige vom Unwichtigen zu trennen. Zudem entsteht eine edle räumliche Anmutung.

Zunächst muss man den Filter Tiefenunschärfe laden. Danach muss man den Fokuspunkt im Vorschaubild verschieben, und zwar an die Stelle, die scharf dargestellt werden soll. Entsprechend verteilt sich dann die Unschärfe im übrigen Bild.

Entscheidend für die (glaubhafte) Wirkung ist, dass sich der Fokuspunkt an der richtigen Stelle befindet. In unserem Beispiel wird die Boxerin scharf dargestellt. Also muss der Fokuspunkt an den unteren Rand gezogen werden – weil dort die Boxerin platziert wurde.

 

Über Regler kann dann weiter Einfluss auf die Wirkung genommen werden, zum Beispiel auf die Weichzeichnerstärke und den (simulierten) Brennweitenbereich.

Links: vor Anwendung der Tiefenunschärfe, rechts: nach der Anwendung

 

Der Filter kann auch verwendet werden, um eine Tiefen-Map auszugeben, die dann zum Beispiel im Weichzeichnungsfilter Objektivunschärfe zum Einsatz kommen kann. Dazu markiert man unten die Option Nur Ausgabe Tiefen-Map.

Eine Tiefen-Map übersetzt die Unschärfe in Graustufen-Informationen. Je heller der Grauton desto größer die Unschärfe.

 

Landschaften mischen

Der neuronale Filter Landschaftsmischer ist wohl die Neuerung mit dem größten »Wow«-Effekt. Über diesen können Landschaftsbilder auf extreme Weise manipuliert werden – sogar so stark, dass vom ursprünglichen Motiv nicht mehr viel übrig bleibt.

Auch der Landschaftsmischer muss erst heruntergeladen werden.

 

So können zum Beispiel Jahreszeiten über Schieberegler verändert werden. Relativ moderat fallen die Änderungen noch aus, wenn man nur an den Jahreszeiten-Reglern zieht.

Hier wurde nur die Jahreszeit über einen Schieberegler geändert.

 

Man kann das Ruder aber auch komplett an die künstliche Intelligenz übergeben und eines der oben angebotenen, eingebauten Landschaftsbilder anklicken. Dann »zaubert« Photoshop aus dem eigenen Bild und irgendeinem Bild aus dem Fundus der Creative Cloud etwas komplett Neues. Die Ergebnisse reichen dabei von verblüffend gut bis »hundsmiserabel«.

Man darf dabei aber auch nicht vergessen: Der Filter befindet sich noch im Beta-Stadium und wird sich im Laufe der Jahre noch verbessern.

Man kann der KI auch freie Hand lassen und sie damit beauftragen, das eigene Bild mit anderen Bildern zu verquirlen. Hier wurde dafür ein Frühlingsbild aus den Vorgaben ausgewählt. Das Ergebnis sieht eigentlich recht plausibel aus.

 

Hier erzeugt der Landschaftsmischer gleich mal neue Gebäude. Da soll noch mal einer sagen, Computer hätten keine Fantasie ... Im Endeffekt könnte man sich dann aber die Bildbearbeitung auch gleich sparen und bei Adobe Stock oder anderen Bildanbietern nach passenden Fotos suchen.

 

Übertragung von Farben

Über den neuronalen Filter Farbübertragung kann man Farben eines Motivs auf ein anderes übertragen. Sicher eine interessante Möglichkeit, Bilder mit ungewöhnlichen Farblooks zu versehen.

Man kann die Farben von vorgegebenen oder eigenen Bildern übertragen.

 

Graustufenbilder einfärben

Mit dem neuronalen Filter Färben, der dem Beta-Stadium entwachsen ist, kann man Schwarzweiß-Bilder neu einfärben lassen. Dies funktioniert auch bereits erstaunlich gut.

Die verblüffend guten Ergebnisse dieses Filter sorgten bereits beim letzten Update für Aufsehen.

 

Bei diesem Filter wurde nun die Option Ausgabe als neue Farbebene ergänzt. Dadurch kann man sich die erzeugten Farben in einer eigenen Ebene ausgeben lassen.

Durch die Ausgabe als eigene Ebene hat man nun bessere Möglichkeiten für die Detailkorrektur.

 

Content Credentials

Fake-News sind eines der dunkelsten Kapitel der digitalen Welt. Unwahre und unbewiesene Textinformationen sind dabei nur ein Teil des Problems. Auch gefakte Bilder können großen Schaden anrichten und Menschen in die Irre leiten oder noch schlimmere Auswirkungen haben.

Um dieser Entwicklung zumindest entgegenzuwirken, wurde die Content Authenticity Initiative (CAI) gegründet. Viele namhafte Unternehmen sind dieser Initiative bereits beigetreten, wie Adobe, Microsoft und Twitter. Ziel ist, Transparenz darüber zu schaffen, woher Bilder stammen und wie sie bearbeitet bzw. manipuliert wurden.

Ab sofort können auch Photoshop-Anwender (freiwillig) einen Beitrag zu mehr Transparenz leisten. Dazu muss aber erst in den Voreinstellungen im Bereich Technologievorschau das Häkchen bei Inhaltszugangsdaten aktivieren gesetzt werden. Dann ist ein Neustart von Photoshop nötig.

Die Technologievorschau Inhaltszugangsdaten aktivieren (Beta)

 

Danach kann über das Menü Fenster ein neues Bedienfeld Content Credentials geöffnet werden. In diesem stellt man ein, welche Informationen dem Bild ab sofort angehängt werden sollen.

Das Bedienfeld Content Credentials (Beta)

 

Nach Klick auf Preview öffnet sich eine weitere Instanz des Bedienfelds. Dieser kann entnommen werden, welche Informationen inzwischen zusammengetragen worden sind.

Die grundlegenden Bearbeitungsschritte werden mitgeloggt.

 

Die Informationen werden beim Speichern in die Meta-Informationen der Bilddatei integriert. Möchte man das Bild exportieren, muss man im Exportieren-Dialog die Option An Bild anhängen aktivieren.

Man muss dem Anhängen der Informationen beim Export gezielt zustimmen.

 

Über die Website https://verify.contentauthenticity.org/ kann man dann überprüfen, ob und welche Informationen angehängt und nun für alle Betrachter prüfbar sind.

Ab sofort kann jeder einsehen, welches Ursprungsbild bearbeitet wurde und welche Änderungen erfolgt sind.

 

Das ganze Projekt befindet sich natürlich noch in der Anfangsphase. Die Absichten sind in jedem Fall lobenswert. Man darf gespannt sein, ob und wie sich dieses Initiative weiterentwickelt.

Weitere Neuerungen

  • Der Stilisierungsfilter Ölfarbe wurde komplett neu programmiert und soll in Zukunft auf allen Plattformen gleichermaßen zuverlässig funktionieren.

Der Filter Ölfarbe wurde auf eine neue technische Basis gesetzt.

 
  • Die 3D-Funktionen wurden wie angekündigt zurückgebaut. Wir berichteten hier darüber.
  • Die neue Unified Text Engine erweitert die typografischen Möglichkeiten.

Adobe berichtet auf der eigenen Seite zudem von einigen Neuerungen, die komischerweise in meiner Photoshop-Version im Bereich Technologievorschau nicht zu finden sind. Dazu gehören

  • ein modernes Verlaufswerkzeug,
  • ein Cloud-Dienst mit dem Namen Motiv auswählen und
  • die Möglichkeit, über den Exportieren-Dialog GIF-Animationen ausgeben zu können.

Fazit

Das Photoshop-Update auf Version 2022 bietet einige interessante Neuerungen. Der Schwerpunkt der Weiterentwicklung wurde wie nicht anders zu erwarten auf die KI-Funktionen gelegt. Es wird auch sichtbar daran gearbeitet, sich weiter von altem Ballast, wie den 3D-Funktionen, zu trennen.

Mein persönliches Highlight ist die Integration der Illustrator-Ebenen. Die neuronalen Filter sind für mich zwar beeindruckende Tech-Demos, aber noch lange nicht für ernsthafte Produktionen geeignet. Sie werden aber sicher von Version zu Version besser werden.

Convenience-Funktionen, wie die neuronalen Filter und die automatische Objektauswahl, werden Photoshop sicher immer stärker prägen – auch wenn die von ihnen gelieferte Qualität auf absehbare Zeit noch weit von dem entfernt sein wird, was Profis liefern müssen.

Ob Photoshop als Spielzeug oder als Werkzeug genutzt wird, wird dem Hersteller am Ende aber auch egal sein. Hauptsache, es wird von vielen genutzt. Ziel ist es, Photoshop »für alle« zugänglich zu machen. Die neu eingeführte Beschriftung innerhalb der Exportieren-Funktion spricht auf jeden Fall schon einmal Bände ...

Ohne Worte ...

 

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