Negative bzw. weiße Schrift richtig in InDesign anlegen und anwenden

von Isolde Kommer

Negative bzw. weiße Schrift richtig in InDesign anlegen und anwenden

Oft möchten Sie nicht nur schwarz-weiß oder farbig auf weißem Papier drucken, sondern umgekehrt weißen Text oder weiße Formen auf farbigem Papier. Auf jeden Fall müssen Sie in InDesign die richtigen Vorbereitungen treffen, damit Sie ein gutes Druckergebnis erhalten.

Farbfeld »Papier«

Gehen wir von dem Fall aus, dass Sie zunächst eine farbige Fläche erzeugt haben und darüber einen Textrahmen mit Text in der Farbe »[Papier]« legen.

In diesem Fall sollten Sie Folgendes beachten:

  • Die Farbe wird aus jeweils 0 % aller Grundfarben zusammengesetzt. Das heißt, dass eigentlich »nichts« gedruckt würde. Wichtig zu wissen: Objekte in der Farbe »[Papier]« werden aus allen dahinter liegenden Objekten ausgeschnitten.

    Bild: Im CMYK-Modus viermal »0 %«; im RGB-Modus würde dreimal »255« stehen.

     
  • Die Farbe »[Ohne]« ist hingegen vollkommen transparent, d. h., Objekte in dieser Farbe haben keinerlei Auswirkung auf die anderen Objekte.
  • Wählen Sie die Schriftgröße für »weiße« Schrift nicht zu klein, weil sonst durch Überfüllung und/oder Druckpunktzuwachs der umgebenden Farbe die Schrift »zufließen« bzw. zumindest ­undeutlich werden könnte.

Preflight-Einstellungen

Da Objekte mit der Farbe »[Papier]«aus dem Hintergrund ausgeschnitten werden, dürfen Sie das Attribut Überdrucken nicht auf sie anwenden. Daher ist es sehr empfehlenswert, dies vor der Ausgabe im InDesign-Preflight zu prüfen:

Wählen Sie aus dem Bedienfeldmenü des Preflight-Bedienfelds den Befehl Profile definieren und nehmen Sie in Ihrem Profil die Einstellung für die Überdrucken-Warnung vor.

Bild: Das Häkchen bewirkt, dass Sie bei überdruckendem Weiß die »rote Ampel« sehen.

Weiß drucken

In der Praxis wird dies im Offset- und Digitaldruck gewöhnlich nicht gemacht. Hier druckt man den farbigen Hintergrund auf weißes Papier und spart die weißen Objekte aus. Anders ist das z. B. im Siebdruck, etwa beim Bedrucken von Textilien.

Definieren Sie für diesen Fall eine Volltonfarbe mit jeweils »0 %« und nennen Sie sie z. B. »Echtes Weiß« . Weisen Sie nun den Objekten, die z. B. in Weiß geflockt werden sollen, diese Farbe zu. Bei der anschließenden farbseparierten Ausgabe wird sie richtig als Vollton ausgegeben.

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