Unser Jahresrückblick für 2017 – was gab es Neues für Photoshop, InDesign und Illustrator?

von Martin Vogler

Unser Jahresrückblick für 2017 – was gab es Neues für Photoshop, InDesign und Illustrator?

Das Jahr geht zu Ende und wir hoffen, dass es für Sie gesund und erfolgreich war. Wie jedes Jahr möchten wir die letzten zwölf Monate noch einmal kurz reflektieren und einen kleinen Ausblick auf 2018 geben. Dieses Jahr fällt uns dies ein wenig leichter als letztes, da bei den Creative-Cloud-Apps doch einiges passiert ist.

 

Vorab möchten wir uns bei Ihnen für Ihre Treue, die regelmäßigen Besuche und das positive Feedback im ablaufenden Jahr bedanken.

Neben der Anfertigung von mehr als 200 Lerneinheiten und Wochentipps musste unser kleines Team dieses Jahr auch einen längst überfälligen Relaunch der Website meistern. Wir hoffen, dass wir Sie durch unsere Themenauswahl und eine gewissenhafte Aufbereitung der Fachthemen wieder optimal bei der Bewältigung Ihres kreativen Alltags unterstützen konnten.

Und nun möchten wir Ihnen in aller Kürze verraten, wie wir das Jahr 2017 gesehen haben.

Was sind für uns die besten Neuerungen im Jahr 2017 gewesen?

Marianne Deiters: Die Erweiterung der lokalen Korrekturen durch Farb- und Luminanzbereichsmasken in Adobe Camera Raw ist eine echte Arbeitserleichterung. Das neue Malfeeling bei den Pinseln und die Pinselverwaltung ist auch sehr angenehm.

Das absolute Highlight sind für mich die Neuerungen bei den Ansichtseinstellungen der Pfade und das neue Rundungszeichenstift-Werkzeug . Auch für dieses Werkzeug habe ich eine ausführliche Lerneinheit angefertigt, welche die neuen Möglichkeiten anschaulich erklärt.

Das neue Rundungszeichenstift-Werkzeug erklärt

 

Isolde Kommer: Das absolute Highlight ist natürlich die Integration der Duden-Korrektur in InDesign 2018! Bisher war es ja schon immer etwas ärgerlich und ermüdend, vor allem bei langen Dokumenten die Zeilenenden mit Argusaugen nach falschen oder zwar erlaubten, aber doch skurril wirkenden Silbentrennungen abzusuchen. Hier leistet die Duden-Silbentrennung wirklich gute Arbeit. Richtig Spaß macht mir außerdem die neue Funktion zur Schriftsuche anhand von stilistischen Merkmalen.

Die neue Duden-Rechtschreibprüfung in InDesign erläutert

 

Monika Gause: Ich bin anfangs nicht so richtig warmgeworden mit dem Eigenschaften-Bedienfeld, dem Zuschneiden von Bildern und farbigen Fonts. Tatsächlich sind es die neuen Funktionen, die ich inzwischen oft verwende – zugeschnittene Bilder allerdings nur für Vorlagenfotos, denn sie werden ja eingebettet.

Das Eigenschaften-Bedienfeld ist richtig gut geworden und ich denke, dass darin auch noch Verbesserungswünsche von Anwendern berücksichtigt werden, so neu wie es ist. Kontextsensitive Bedienelemente sparen einfach jede Menge Zeit und Mauskilometer.

Das neue Eigenschaften-Bedienfeld und noch mehr Neuerungen

 

Martin Vogler: Das neu konzipierte Pinsel-Bedienfeld stellt für mich und sicher auch für alle anderen Photoshop-Anwender eine definitive Verbesserung dar. Dass man bei InDesign nun Klassen beim HTML-Export ausschließen kann, ist auch eine gute Neuerung.

Einführung in die neuen Pinselfunktionen

 

Was hat uns im abgelaufenen Jahr am meisten geärgert?

Marianne Deiters: Das Vorschaufenster für die zuletzt verwendeten Dateien wurde leider aus dem Programm entfernt.

Isolde Kommer: Im Jahr 2017 glücklicherweise nichts. Meine Mini-Bridge vermisse ich aber noch immer ... (Adobe hat diese Funktion vor einiger Zeit aus InDesign entfernt.)

Monika Gause: Ich finde es ärgerlich, wenn nach einem Update kleinere, eigentlich selbstverständliche Dinge nicht funktionieren, so wie der (inzwischen behobene) Bug mit dem zu niedrig aufgelösten PNG-Export.

Die Diagrammfunktion ist nach wie vor peinlich und wir werden uns wohl daran gewöhnen müssen, dass die GPU-Unterstützung zwar sehr schnell ist, aber reihum nach jedem Update irgendeiner Komponente Probleme verursachen wird. Das liegt einfach in der Natur der Sache.

Die Kommunikation zwischen den Herstellern von Betriebssystemen, Hardwarekomponenten und Adobe könnte sicher an manchen Stellen erheblich verbessert werden. Es soll sich doch keiner einbilden, dass Anwender von heute auf morgen das System wechseln, die Geheimniskrämerei und Abschottung bringt also niemandem etwas. Und die alten Feindschaften, bei denen heute niemand mehr weiß, woher sie eigentlich kommen, interessieren uns auch nicht brennend. Vertragt Euch und verbessert unsere »Customer Experience«. Danke schon mal!

Martin Vogler: Ich kann mich zunächst nur Marianne anschließen: Ich vermisse das Bedienfeld Letzte Dateien sehr und hoffe, dass es Adobe bald wieder integriert.

Leider haben sich mit Version CC 2018 wieder einige Bugs eingeschlichen und das nicht bei neuen Funktionen, sondern bei Dingen, die bislang immer gut funktionierten. Adobe ist zwar bereits dabei, diese nach und nach über Updates zu beheben. Aber ein aktueller, noch nicht behobener Bug in Photoshop ist zum Beispiel, dass man die Werte für Punkt- und Absatztexte nicht mehr dynamisch über die Tastatur einstellen kann. Auch in InDesign meldeten Anwender einige schwerwiegende Bugs.

An Operationen am offenen Herzen führt wohl kein Weg vorbei. Ich sehe diese aber dann kritisch, wenn keine Herz-Lungen-Maschine zur Sicherheit angeschlossen ist. Zwar kann man sich beim Update entscheiden, die alte Version zu behalten. Diese Option ist aber standardmäßig deaktiviert und einfach zu unauffällig implementiert. Warum lässt man die alte Version nicht standardmäßig installiert und macht die Deinstallation optional?

Welche neue Funktion wünschen wir uns im neuen Jahr?

Marianne Deiters: Eine Rückkehr des Letzte-Dateien-Bedienfelds wäre schon ein weiterer Fortschritt. Ansonsten habe ich erst einmal keine größeren Funktionswünsche.

Isolde Kommer: Adobe InDesign ist zwar mein Lieblingsprogramm; aber vor allem für den akademischen Bereich muss ich auch sehr viele Dokumente in LaTeX oder Microsoft Word gestalten. In der zuletzt genannten Anwendung gibt es schon seit Urzeiten eine wunderbare Funktion, die mir bereits gefühlte Millionen Mausklicks und Tastenanschläge erspart hat: die Möglichkeit, mit der F4-Taste oder der Tastenkombination Strg/Befehl + Y die letzte Aktion zu wiederholen, etwa das Zuweisen einer Formatierung oder das Skalieren einer Grafik. So etwas fehlt mir in InDesign wirklich.

Zwar gibt es hier Workarounds wie Absatz-, Schrift- und Objektformate (in die Sie neuerdings auch Objektabmessungen integrieren können) mit zugewiesenen Tastenkombinationen, aber manchmal lohnt es sich einfach nicht, immer extra eine spezielle Tastenkombination einzurichten und sie sich zu merken.

Monika Gause: Ich wünsche mir Verbesserungen beim Umgang mit SVG, ein Anfang wäre, dass Illustrator alle Konstrukturen von SVG verstehen könnte.

Eine Verbesserung der Angleichen-Funktion ist überfällig und auch die (nützliche, aber anstrengend zu bedienende) Funktion Bildmaterial neu färben könnte eine Überarbeitung gebrauchen. Es gibt viele Probleme mit mangelnder Genauigkeit unter bestimmten Bedingungen und so etwas wie die zugelaufenen Kurven des Kalligrafiepinsels ist ärgerlich.

Was Adobe als Zukunft für die Diagrammerstellung auf der MAX vorgestellt hat, möchte ich gerne jetzt sofort haben und nicht erst im neuen Jahr.

Martin Vogler: Für die Export-Funktion in Photoshop wünsche ich mir die Möglichkeit, für jede Export-Version einen spezifischen Ordner einstellen zu können, den sich Photoshop merkt.

Und dann sehe ich, dass beim letzten Update eine Möglichkeit integriert wurde, mit Templates zu starten. Man kann aber keine eigenen Templates erstellen. Diese Möglichkeit wünsche ich mir.

Auch für InDesign habe ich einen Wunsch: Man kann beim HTML-Export nun zwar einstellen, dass alle Klassen entfernt werden. Besser wäre es, wenn nur die zahlreichen von InDesign künstlich erzeugten Klassen entfernt würden, die eigenen Klassen aber erhalten blieben.

Welche Themen und Trends sehen wir 2018 ganz weit vorne?

Marianne Deiters: Intelligente, lernfähige Funktionen basierend auf Bildanalyse. Die Adobe Sensei-Technologie ist absolut vielversprechend. Einen ersten Eindruck gibt Photoshop Product Manager M. P. Stotzner in diesem Film ab Minute 01:00. Sie gibt einen SneakPeak auf neue automatische Freistellung-Funktionen.

Ein Blick in die Zukunft der Creative-Cloud-Apps

 

Isolde Kommer: In den letzten Jahren hat Adobe bei den Updates ja vor allem diejenigen Anwender bedient, die Dokumente für das digitale Zeitalter gestalten müssen, etwa EPUB-Dokumente usw. In diesem Bereich ist es nun etwas ruhiger geworden und Adobe hat sich bei den letzten zwei Updates vor allem darauf konzentriert, jahrelange Anwenderwünsche wie die genannte Duden-Korrektur, aber auch Verbesserungen bei den Fußnoten und die längst überfällige Integration von Endnoten sowie Absatzrahmen zu implementieren. Das finde ich gut.

Monika Gause: In der Vektorgrafik generell sehe ich SVG als Trend. Das Format wird von allen Browsern unterstützt und ist ein guter Weg, um Icons auf Webseiten unabhängig von der Größe oder Auflösung des Endgeräts darzustellen. In etlichen Bereichen – etwa der Dokumentation – geht man schon weiter und verwendet SVG für Abbildungen. SVG-Grafik kann per Stylesheet gestaltet, animiert und mit Interaktionen versehen werden.

Martin Vogler: Spezifische Gestaltungen für Social-Media-Kampagnen werden weiter an Bedeutung gewinnen. Dazu gehören Animationen, Infografiken und Kurzvideos.

VR (Virtual Reality) ist für mich ein starkes Zukunftsthema, wird aber wohl noch ein paar Jahre auf den endgültigen Durchbruch warten. Aber wenn die VR-Brillen erst einmal massentauglich sind, wird sich jeder Kreative mit diesem Thema auseinandersetzen müssen.

Haben Sie zum Jahresausklang noch einen kleinen Geheimtipp?

Marianne Deiters: Nachfolgend sehen Sie einen kleinen Tipp von meiner Facebook-Seite abgebildet. Ich lade außerdem alle herzlich ein, meiner Photoshop User Group Rhein Ruhr beizutreten.

Ein kleiner Tipp

 

Isolde Kommer: Bestimmt wissen Sie, dass Sie in InDesign Hyperlinks definieren können. Diese können Sie später beim Export Ihres Dokuments als interaktive PDF-Datei in »richtige« Hyperlinks konvertieren. Die kann der Benutzer in Adobe Acrobat oder dem Adobe Reader später anklicken, um die entsprechende Website in seinem Browser zu öffnen.

Nun wäre es natürlich enorm aufwendig, wenn Sie in einem umfangreichen Dokument mit – sagen wir – 100 eingetippten Web- oder E-Mail-Adressen für jede einzelne über das Hyperlinks-Bedienfeld (Fenster → Interaktiv → Hyperlinks) mit einem Klick auf das Neu-Symbol eine Sprungadresse hinterlegen müssten. Es geht aber auch schneller – mit einem etwas versteckten InDesign-Befehl!

1. Öffnen Sie das Bedienfeldmenü des Hyperlinks-Bedienfelds und wählen Sie dort den Befehl URLs in Hyperlinks konvertieren.

Der Dialog URLs in Hyperlinks konvertieren

 

2. Im Bereich Auf Hyperlink anwenden öffnen Sie nun bei Bedarf das Pull-down-Menü Zeichenformat und wählen Sie das Zeichenformat, das Sie den konvertierten Hyperlinks zuweisen möchten. Dies empfiehlt sich durchaus, dann haben Sie es später leichter, die Konvertierung zu prüfen.

3. Bedienen Sie das Dialogfeld analog zum Suchen/Ersetzen-Dialog von InDesign: Mit einem Klick auf die Schaltfläche Suchen fahndet InDesign nach der ersten URL-Angabe in Ihrem Text. Das Programm – bzw. in Wirklichkeit das hinter dieser Funktion steckende Skript – verhält sich dabei meistens ziemlich schlau – es findet alle möglichen Arten von URL-Angaben; es muss zum Beispiel kein »http« und noch nicht einmal ein »www« mitnotiert sein.

4. Bei der ersten Fundstelle klicken Sie auf die Schaltfläche Konvertieren. Die folgende Abbildung zeigt auch, dass das Skript auch E-Mail-URLs richtig erkennt und umsetzt; Sie erkennen sie am kleinen Briefumschlagsymbol in der rechten Spalte des Hyperlinks-Bedienfelds.

Hyperlink wurde gefunden

 

5. Wiederholen Sie die Schritte 3 und 4, bis Sie fertig sind. Wenn Sie sich Ihrer Sache sicher sind, können Sie übrigens auch auf die Schaltfläche Alle konvertieren klicken, um alle URL-Angaben auf einen Schlag in echte Hyperlinks umzuwandeln.

Monika Gause: Jetzt ist die Zeit für Geschenke. Lassen Sie sich mit kostenlosen Plug-ins beschenken:

  • Select Menu (jetzt auch für CC 2018): Einfache Auswahl nach feinen Kriterien treffen
  • SubScribe: Geometrische Konstruktionen einfach zeichnen
  • Autosaviour Lite: Nie wieder vergessen, eine Datei zu speichern
  • Specctr Lite: Erstellen von Spezifikationen wie Farben und Bemaßung (vor allem) für Webprojekte
  • Cineware: Erstellen von Mock-ups direkt in Illustrator

Arbeiten mit Cineware

 

Martin Vogler: Auch von mir gibt es einen kleinen Download-Tipp. In Photoshop wurden nicht nur die Pinselmöglichkeiten überarbeitet. Adobe hat viele sehr hochwertige Pinselspitzen von Kyle T. Webster erworben und den Creative-Cloud-Anwendern hier kostenlos zur Verfügung gestellt.

Diese neuen Pinselspitzen können hier heruntergeladen werden.

 

Wir wünschen Ihnen nun erholsame Feiertage und ein gesundes neues Jahr! Und natürlich würden wir uns sehr freuen, wenn Sie uns auch im neuen Jahr mit Ihrer Treue belohnen.

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