Modernes Publishing – wie man Wordpress-Artikel schnell und direkt in InDesign weiterverarbeitet

von Klaas Posselt

Modernes Publishing – wie man Wordpress-Artikel schnell und direkt in InDesign weiterverarbeitet

Immer häufiger werden Publishing-Lösungen nachgefragt, bei denen Artikel, die auf Webseiten publiziert werden, auch über andere Kanäle verteilt werden sollen. In diesem Artikel zeigt InDesign-Experte Klaas Posselt einen Weg, um Artikel aus dem weit verbreiteten CMS Wordpress direkt nach InDesign zu bringen und dort weiterzubearbeiten.

Als Video ansehen

7

Video: Modernes Publishing heute – von Wordpress direkt in InDesign

Publishing-Workflows haben sich immer schon an neue Gewohnheiten und Techniken anpassen müssen. Gerade hatte man beispielsweise gedacht, das Desktop-Publishing im Griff zu haben, da musste man auch schon wieder weiterdenken und die Dokumente so anlegen, dass sie als lesefreundliche PDFs über das Web vertrieben werden konnten.

Aber auch die Entwicklung der Cross-Media-Workflows geht immer weiter. So informieren sich viele Menschen inzwischen bevorzugt über das Web, was sich dramatisch auf die Print-Auflagen auswirkt. Inhalte sollen responsive aufbereitet werden, sich also für ein optimales Lesevergnügen an alle Geräte und Displaygrößen anpassen können. Mit PDFs kommt man an dieser Stelle nicht mehr weiter – auch wenn das PDF-Format für das Publishing wichtig bleiben wird.

Im Idealfall werden Inhalte heute medienneutral angelegt und dann in die unterschiedlichen Kanäle gespielt. Aber nicht jedes Unternehmen ist finanziell oder fachlich in der Lage, auf medienneutralem Content basierende Workflows aufzubauen. Manchmal wäre der Aufwand auch einfach übertrieben, gerade wenn das Geschäftsmodell nicht primär auf dem Publizieren von Inhalten beruht.

Viele Redaktionsteams legen Inhalte, die online erscheinen sollen, gleich direkt in einem Content-Management-System (CMS) an. Was aber nun tun, wenn Online-Content zum Beispiel auch noch als (sauber layoutetes) PDF oder als gedruckte Broschüre erscheinen soll? Zumindest für Wordpress gibt es dafür bereits eine funktionstüchtige Lösung, genau genommen ein Plug-in.

Das Plug-in in InDesign installieren

Bei dem Plug-in handelt es sich um »Press2id« von Gregor Fellenz. Es kann hier heruntergeladen werden – nach Klick auf Clone or download. Gregor hat noch dazu auf dieser Seite eine kleine Installationsanleitung erstellt.

Um das Skript zu installieren, müsst Ihr es im entsprechenden InDesign-Ordner ablegen. Ihr könnt diesen ohne großes Suchen finden, indem Ihr zunächst das Skripte-Bedienfeld öffnet (Fenster → Hilfsprogramme → Skripte).

Öffnen des Skripte-Bedienfelds

 

Dann klickt Ihr mit der rechten Maustaste auf den Ordner Benutzer und wählt Finder (bzw. Explorer). Dort legt Ihr einen Ordner an, den Ihr zum Beispiel »press2id« nennt. In diesen kopiert Ihr dann den Inhalt des Ordners Scripts Panel, der Bestandteil des Download-Pakets ist.

Kopieren des Inhalts in den Benutzerordner

 

Anwendung des Skripts

Zu Test- und Übungszwecken findet Ihr im Download-Ordner auch bereits eine Beispieldatei »press2id_example.indd«. Anhand dieser wollen wir uns nun ansehen, wie das Skript arbeitet.

1. Öffnet also zunächst einmal diese Beispieldatei.

2. Startet das Skript, indem Ihr im Skripte-Bedienfeld doppelt auf »press2id.jsx« klickt.

3. Nun werden alle Wordpress-Artikel aufgelistet, die unter der Webadresse, die ganz oben im Eingabefeld Webadresse des Blogs angegeben wurde, publiziert worden sind.

Es werden alle verfügbaren Blogbeiträge angezeigt.

 

4.Pickt Euch einen der Beiträge heraus und wählt Platzieren. Zuvor könnt Ihr noch einstellen, ob die im Artikel enthaltenen Bilder direkt »mitgesaugt« werden sollen (Vom Blog herunterladen) oder ob sie bereits auf Eurem Rechner vorhanden sind und lokal verknüpft werden können (Aus lokalem Ordner verknüpfen).

5. Alle Inhalte werden daraufhin in die »Placing-Gun« (den Platzierungscursor) geladen und nach Klick in den Textrahmen schön säuberlich in diesen hineingesetzt.

6. Mit einem zweiten Klick »entladet« Ihr auch noch das Titelbild.

Ihr könnt diesen Inhalt natürlich auch in ein eigenes InDesign-Layout fließen lassen – oder aber die Datei von Gregor als Ausgangspunkt nehmen. Voraussetzung ist, dass entsprechend benannte Absatzformate vorhanden sind. Konkret gesagt sollten die Absatzformate wie die verwendeten HTML-Tags benannt sein. Eine Überschrift zweiter Ordnung also »h2«, ein Absatztext »p«, usw.

Sieht wirklich sauber aus und kann noch dazu komfortabel über Absatzformate angepasst werden.

 

Die Hauptüberschrift besitzt den Namen »title«. Um zum Beispiel deren Farbe zu ändern, öffnet Ihr das entsprechend benannte Absatzformat mit einem Doppelklick. In den Absatzformatoptionen geht in den Reiter Zeichenfarbe und passt diese an.

Ändern der Zeichenfarbe

 

Es werden zudem auch Zeichenformate unterstützt. Das heißt, dass Ihr zum Beispiel auch Inline-Formatierungen, also zum Beispiel fett oder schräg gesetzte Texte, global beeinflussen könnt.

Fazit

Das Plug-in »Press2id« hilft dabei, viel Zeit zu sparen, wenn Wordpress-Inhalte in InDesign weiterverarbeitet werden sollen. So können zum Beispiel Pressemitteilungen oder Fachartikel parallel auch als professionell formatierte PDF-Dokumente zur Verfügung gestellt werden.

Zurück

»Tipp der Woche« weiterlesen

Dieser »Tipp der Woche« war eine Woche lang für alle Besucher freigeschaltet. Nun ist er nur noch für registrierte Nutzer sichtbar.

Um also den ganzen Artikel lesen zu können, loggen Sie sich bitte ein oder registrieren Sie sich.

Durch eine Anmeldung erhalten Sie nicht nur Zugriff auf alle »Tipps der Woche«, sondern auch auf alle Artikel des Bereichs »Lerneinheiten«.

Einloggen oder registrieren