In drei Schritten zum perfekten Blocksatz in InDesign

von Klaas Posselt

In drei Schritten zum perfekten Blocksatz in InDesign

Bei Blocksatz besteht immer die Gefahr, dass in einem Absatz zu weite, zu enge oder insgesamt viele ungleichmäßige Wortabstände entstehen. InDesign-Experte Klaas Posselt verrät Ihnen daher heute in seinem Video, welche essenziellen Techniken InDesign bietet, um einen nicht ganz optimal laufenden Blocksatz zu optimieren. Für das schnelle Nachschlagen finden Sie in diesem Artikel auch noch eine kurze schriftliche Zusammenfassung.

1. Die Silbentrennung optimieren

Öffnen Sie dazu die Absatzformatoptionen. Bevor Sie die Einstellungen anpassen, empfiehlt es sich, das Häkchen bei Vorschau zu setzen, damit Sie die Auswirkungen immer direkt sehen können.

Wählen Sie dann den Bereich Silbentrennung. Hier gibt es drei Stellschrauben, die eine relativ gut dosierbare Anpassung ermöglichen.

  • Wörter mit mindestens [...] Buchstaben trennen: Stellen Sie hier den Wert »5« ein. Ein zu großer Wert kann zu größeren Lücken führen und ein zu kleiner Wert zu unschönen Trennungen.
  • Max. Trennstriche: Dieser Wert gibt an, wie viele getrennte Zeilen maximal übereinander stehen dürfen. Bei einem Wert von »1« darf über und unter einer Zeile mit der Trennung keine weitere Zeile mit einer Trennung stehen. Gibt man hier einen zu großen Wert ein, kann es im ungünstigen Fall dazu führen, dass ein unschönes Satzbild entsteht. Stellen Sie hier den Wert auf »3«, maximal »4«.
  • Abstände optimieren vs. Weniger Trennstriche: Hier stellen Sie einen Kompromiss ein. Je weniger Trennstriche, desto ungleichmäßiger die Abstände. Wenn man sehr gleichmäßige Abstände erreichen möchte, muss man dafür mehr Trennstrich in Kauf nehmen. Vermeiden Sie hier Extreme und suchen Sie einen Wert, der irgendwo in der Mitte liegt.

Einstellung der Silbentrennung

 

2. Die Abstände optimieren

Bleiben Sie dazu in den Absatzformatoptionen und wechseln Sie dort in den Abschnitt Abstände.

Der Bereich Abstände

 

Vorab kann man schon einmal empfehlen, den Zeichenabstand unangetastet zu lassen. Beachten Sie zudem, dass die Wirkungen dieses Abschnitts immer auch von den Einstellungen im Abschnitt Silbentrennung abhängen.

  • Wortabstand: Über die Werte bei Minimal und Maximal definieren Sie, welchen Spielraum InDesign bei der Abstandsetzung haben darf. Spielen Sie ruhig ein wenig mit den Werten, um sich an den besten Kompromiss für ihren aktuellen Text heranzutasten.
  • Glyphenskalierung: Typografen werden hier zwar aufschreien, es kann aber durchaus Sinn machen, durch eine minimale, für den normalen Leser nicht wahrnehmbare Skalierung einen positiven Effekt für das Satzbild herauszuholen. Wer also in Sachen Typografie einigermaßen schmerzfrei ist, kann bei Minimal »98 %« und bei Maximal »102 %« einstellen, aber nicht weniger bzw. mehr.
  • Setzer: Hier entscheiden Sie sich zwischen dem Adobe-Absatzsetzer und dem Adobe Ein-Zeilen-Setzer.

Auswahlmöglichkeiten im Bereich Setzer. Die globalen Versionen sind nur für arabische oder hebräische Texte relevant.

 

Der Adobe-Absatzsetzer trägt dafür Sorge, dass der Absatz als Ganzes ein angenehmes Satzbild besitzt. Er wird daher meistens einigermaßen annehmbar aussehen. Jedoch wird bei einer Textänderung der komplette Absatz wieder neu optimiert, wenn InDesign dies so will. Dies ist nicht immer im Sinne der Redaktion.

Der Adobe Ein-Zeilen-Setzer ist zu empfehlen, wenn InDesign lieber Zeile für Zeile von oben nach unten optimieren soll. Dadurch erhält man viele optimale Zeilen. Diese Einstellung kann aber auch dazu führen, dass InDesign an manchen Stellen nicht mehr in der Lage ist, aus den vorhandenen Wörtern etwas Schönes zu bauen, und dann gezwungen ist, eine besonders grässlich aussehende Zeile hinzustellen. Dafür muss man sich keine Sorgen machen, eine optimale Zeile wieder zu »zerstören«, wenn man weiter unten noch etwas ändert.

3. Manuelles Feintuning im Blocksatz

Nicht alles kann von InDesign automatisch optimiert werden. Manchmal muss man selbst eingreifen und im Text gezielte Optimierungen vornehmen.

Wenn Sie eine Trennung erzwingen wollen, setzen Sie den Cursor an die Stelle, an der getrennt werden soll, und wählen Schrift → Sonderzeichen einfügen → Trenn- und Gedankenstriche → Bedingter Trennstrich.

Ein bedingter Trennstrich wird mit einem Strich markiert.

 

Wenn Sie dagegen nicht möchten, dass ein bestimmtes Wort getrennt wird, dann setzen Sie den Cursor einfach vor das Wort und wählen denselben Befehl oder seinen Shortcut:

Diese Art von Arbeit sollte auch immer von oben nach unten erledigt werden.

Möchten Sie Worte in einer Zeile zusammenhalten, dann markieren Sie den Zwischenraum zwischen beiden Worten und wählen Schrift → Leerraum einfügen → Geschütztes Leerzeichen. Zwischen den Worten erscheint dann ein kleines Häkchen. Auch hier gibt es eine darauf abgestellte Tastenkombination:

Ein geschütztes Leerzeichen wird mit einem Häkchen markiert.

 

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