Wie Sie raffinierte GREP-Stile im Absatzformat mithilfe des Informationen-Bedienfelds erstellen

von Rudi Warttmann

Wie Sie raffinierte GREP-Stile im Absatzformat mithilfe des Informationen-Bedienfelds erstellen

Praktisch alle aufgeworfenen Probleme haben Sie im Griff, wenn Sie anstelle des Einfügens von Leerräumen in InDesign mit GREP-Stilen im Absatzformat arbeiten. Wie Sie dies selbst in Verbindung mit Textvariablen in InDesign in die Tat umsetzen können, zeigt dieser Beitrag.

Die Abstandssteuerung innerhalb von Abkürzungen wie »d. h.« oder von zusammengesetzten Ausdrücken wie »s. S. 17« wirft im schriftsetzerischen Alltag immer wieder Fragen auf:

Soll man einen Leerraum einsetzen? Wenn ja, welchen: Achtel-, Sechstel-, Viertelgeviert? Und wie ist es dann mit dem Umbruch? Ist gewährleistet, dass die Ausdrücke nicht am Zeilenende in der Mitte getrennt werden? Was passiert mit den Leerräumen bei einem Export nach RTF oder EPUB? Und nicht zuletzt: Wie hoch ist der Bearbeitungsaufwand, wenn der Kunde im Rahmen einer Layoutänderung kleinere oder größere Abstände verlangt?

Leerraum nach Punkt

Nehmen wir einen typischen Seitenverweis wie z. B. »siehe S. 17«. Den Leerraum nach dem Punkt stellen Sie durch ein Zeichenformat mit erhöhter Laufweite durch folgenden GREP-Stil im Absatzformat ein:

(?<=\bS)\.(?=\d)

Im Klartext: Wende das Zeichenformat an auf den Punkt (\.), wenn ein einzelnes großes »S« vorangeht (?<=\bS) und eine Ziffer folgt (?=\d).

Veranschaulichung

Dieser GREP-Stil ist die Variante für manuell eingetragene Seitenverweisziffern.

Nun setzen Sie aber Ihre Seitenverweise weder innerhalb eines Dokuments noch dokumentübergreifend per Hand, sondern lassen dies die Querverweisfunktion von InDesign erledigen, damit Sie jederzeit über aktuelle Verweiszahlen verfügen können.

Querverweis ansprechen

Da der Querverweis – auch wenn er so aussieht – nicht als Zahl aus verschiedenen Ziffern, sondern als Variable geführt wird, können Sie ihn im GREP-Stil nicht mehr mit »\d« ansprechen. Stattdessen müssen Sie herausfinden, mit welchem Code Sie den Seitenverweis ansprechen können.

Und hier hilft Ihnen das Informationen-Bedienfeld: Markieren Sie einen Seitenverweis im Text, öffnen Sie dieses Bedienfeld und lesen Sie den Code ab, in diesem Fall »0x18«.

Veranschaulichung

Eine wertvolle Informationsquelle: Das Informationen-Bedienfeld zeigt den Unicode-Wert an.

 

Damit ändern Sie Ihren GREP-Stil nunmehr in:

(?<=\bS)\.(?=\x{18})

wobei das vorangestellte »\x« ausdrückt, dass die Zahl »18« eine Hexadezimalzahl ist und einen Unicode-Wert darstellt.

Veranschaulichung

Dieser GREP-Stil ist die Variante für durch Querverweise eingetragene Seitenverweisziffern.

Das Informationen-Bedienfeld zeigt Ihnen immer den Unicode-Wert des markierten Zeichens, was z. B. bei ähnlich aussehenden Zeichen sehr hilfreich ist.

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