InDesign CC 2019 – welche Neuerungen und Verbesserungen bietet dieses neue Update?

von Klaas Posselt

InDesign CC 2019 – welche Neuerungen und Verbesserungen bietet dieses neue Update?

Eine neue InDesign-Version CC 2019 ist nun erschienen. Das Update kann ab sofort über die Creative-Cloud-App installiert werden. In diesem Artikel stellt Ihnen InDesign-Experte Klaas Posselt die wichtigsten und besten Neuerungen auf den Punkt gebracht vor.

Der Splash-Screen von InDesign CC 2019 stammt diesmal von Nidia Dias.

 

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Video: Neuerungen in InDesign CC 2019

Das neue Eigenschaften-Bedienfeld

Mit der ersten Neuerung sind Nutzer von Adobe Illustrator bereits bestens vertraut. Ab sofort können nun auch in InDesign die Eigenschaften eines markierten Elements über das Eigenschaften-Bedienfeld editiert werden. Dieses öffnet sich über Fenster → Eigenschaften. Das Praktische ist, dass sich die in diesem Bedienfeld zur Verfügung stehenden Einstellungsmöglichkeiten immer am markierten Element orientieren, also kontextsensitiv sind.

Die Einstellmöglichkeiten des Eigenschaften-Bedienfelds orientieren sich immer am markierten Element. In diesem Fall ist ein Bild markiert und entsprechend kann man zum Beispiel die Rahmeneinpassung einstellen.

 

Bessere Layout-Anpassung

InDesign bietet schon seit vielen Versionen die Möglichkeit, Seiteneinstellungen über den Befehl Layout → Ränder und Spalten manuell nachträglich zu ändern. Dabei kann man InDesign zugleich damit beauftragen, die Layoutelemente entsprechend anzupassen – was jedoch bis jetzt sehr selten zu brauchbaren Ergebnissen geführt hat.

Daher hat sich das Entwicklerteam nun einmal diese Layoutanpassung vorgenommen und sie ein wenig erweitert und verbessert. Wenn man das Häkchen bei Layout anpassen aktiviert, passen sich nun auch Bildgrößen und Abstände dynamisch an.

Nun passen sich auch die Bildgrößen an die veränderten Seiteneinstellungen an.

 

Durch Setzen des Häkchens bei Schriftgrad anpassen passiert Selbiges mit den Schriftgrößen. Hier kann man dann zusätzlich auch noch die minimale und maximale Größe festlegen.

Ähnliche Möglichkeiten erhält man, wenn man im Dialog Dokument einrichten auf den Button Layout anpassen klickt.

Bei der Einrichtung des Dokuments kann man über den Dialog Layout anpassen einstellen, wie dies geschehen soll.

 

Inhaltssensitive Bildeinpassung

Die nächste neue Funktion betrifft das Einpassen von Bildern in Rahmen. Bislang konnte man zum Beispiel festlegen, dass ein Rahmen proportional gefüllt wird. Der dadurch entstehende Bildausschnitt war aber selten passend und so musste man in der Regel noch manuell eingreifen.

Nach dem proportionalen Füllen entsteht ein mitunter ungünstiger Bildausschnitt (links oben).

 

Bei der neuen Funktion Inhaltssensitive Anpassung erfolgt die Bildeinpassung nun nach bestimmten Algorithmen und Harmonieregeln, wodurch gewährleistet sein soll, dass wichtige Bilddetails gut zu erkennen sind, und zudem ein harmonischer Bildeindruck entsteht.

Bei der inhaltssensitiven Anpassung versucht InDesign, das Bild »intelligent« einzupassen.

 

Grenzen hat diese Funktion allerdings, wenn zum Beispiel Hochformat-Bilder in Querformat-Rahmen eingepasst werden sollen und umgekehrt. Was Bilder nicht hergeben, kann auch eine »intelligente« Funktion nicht künstlich erzeugen.

Schriftart für Text-Formularfelder

Eine kleine Neuerung ist, dass nun auch bei Text-Formularfeldern die Schriftart angepasst werden kann. Allerdings ist mit der Minion Pro eine Schrift als Standard eingestellt, die nicht auf allen Systemen zur Verfügung steht. Hier wäre z. B. die Helvetica, Arial etc. eine bessere Wahl gewesen.

Die Schriftart kann ab sofort bei Formularen geändert werden.

 

Neuerungen bei Fonts

Ab sofort können Schriftarten »on the fly« im Dokument durchprobiert werden. Fährt man im Schriftmenü mit der Maus über eine Schriftart, wird der markierte Text probeweise in dieser gesetzt. Wirksam wird die Schriftart aber erst nach dem Klicken.

Schriften können schnell durchprobiert werden.

 

Eine weitere Neuerung ist, dass nun auch SVG-Fonts und Emoticons verwendet werden können.

Leerraum bei Aufzählungen

Es ist nun auch ohne Umweg möglich, die Abstände vor, nach und innerhalb von Listen individuell einzustellen. Dies erledigt man in den Absatzformatoptionen über die Optionen Abstand davor und Abstand danach. Über die Option Abstand zwischen Absätzen mit gleichem Format kann man den Abstand zwischen den Listenpunkten festlegen.

Bislang benötigte man für eine saubere Listenformatierung mindestens drei Absatzformate. Nun lässt sich das Ganze mit einem Absatzformat erledigen.

 

Weitergabe von CC-2019-Dokumenten

Beachten Sie vor der Weitergabe von InDesign-Dokumenten, dass diese und auch andere neue Funktionen nur in InDesign ab Version CC 2019 verfügbar sind und daher von älteren Versionen ignoriert werden.

Neuerungen bei Fußnoten

Eine weitere Neuerung betrifft die Fuß- und Endnoten in InDesign. Zum einen ist es möglich, nun auch Fußnoten in Tabellen einzufügen. Diese werden aber leider nicht als unabhängige Fußnoten geführt, sondern erscheinen zusammen mit den anderen Fußnoten am Ende des Textflusses.

Wollte man früher in eine Tabelle eine Fußnote einfügen, war dieser Menübefehl ausgegraut. Nun funktioniert es.

 

Außerdem können nun über den Befehl Schrift → Fußnote und Endnote konvertieren Fußnoten zu Endnoten konvertiert werden und umgekehrt.

PDF-Kommentare importieren

Die nächste Neuerung verspricht eine große Arbeits- und Zeitersparnis im Korrektur-Workflow. Ab sofort ist es nämlich möglich, Kommentare aus PDF-Dokumenten zu importieren.

Dazu gibt es ein neues Bedienfeld PDF-Kommentare, welches aus dem Fenster-Menü heraus geöffnet werden kann. In diesem klickt man auf den Button PDF-Kommentare importieren, wählt das entsprechende PDF-Dokument, und schon werden die Kommentare importiert.

Nach dem Import werden die Kommentare im Bedienfeld PDF-Kommentare aufgelistet und die Korrekturzeichen im Dokument angezeigt.

 

Nun erhält man die Möglichkeit, Kommentare abzuhaken, zu löschen und sogar auch durchzuführen. Leider funktioniert das Ganze aber noch nicht fehlerfrei. So werden Durchstreichungen und Texteinfügungen nicht richtig erkannt bzw. übernommen.

Für den Produktiveinsatz ist die Funktion daher noch nicht geeignet.

Es bleibt zu hoffen, dass diese Funktion schnell von Adobe funktionstüchtig gemacht wird. Denn das Potenzial ist riesig. Allerdings ist der Korrektur-Workflow ein zu sensibler Aufgabenbereich, als dass man dort mit halbgaren Funktionen herumhantieren sollte.

War wohl nix – das Wort »Sehr« sollte eigentlich vor dem Wort »Liebe« eingefügt werden und der Wortbestandteil »Schleife« gelöscht werden. Die Durchstreichung wurde aber nicht erkannt.

 

Neuerungen beim Export

Auch beim Export gibt es ein paar kleine Neuerungen. Zum einen kann man nun einstellen, dass der Dokumentname immer als Ausgabename verwendet wird.

Durch Aktivieren dieses Häkchens wird der Dokumentname zukünftig als Ausgabename verwendet. Die Einstellung wird allerdings erst beim nächsten Export wirksam.

 

Außerdem wird die Info, welches Format zuletzt beim Export verwendet wurde, nun mit der Datei gespeichert. Wenn man also das Dokument das nächste Mal öffnet und exportiert, ist auf jeden Fall wieder dasselbe Format voreingestellt.

Schließlich kann man nun beim Verpacken von Dokumenten auch einstellen, dass keine Druckanleitungen mehr erstellt werden, die in der Praxis auch nur ganz selten benötigt werden.

Das Erstellen von Druckanleitungen kann nun auch deaktiviert werden.

 

Fazit

Dieses Update liefert eine ganze Reihe kleinerer und größerer Neuerungen, die das Arbeiten mit InDesign wieder ein bisschen vereinfachen oder beschleunigen. Lediglich der neu integrierte Import von PDF-Kommentaren will noch nicht so richtig funktionieren.

Daher können wir auch dieses Mal nur davor warnen, diese Version gleich direkt bei Projekten einzusetzen. Das gilt, nebenbei bemerkt, generell bei allen Software-Updates, nicht nur bei Adobe-Software. Bis alle schwerwiegenden Bugs erkannt und durch Bugfixes behoben worden sind, empfehlen wir, erst einmal mit der bisherigen InDesign-Version weiterzuarbeiten. Im Fall einer Installation sollten Sie daher darauf achten, die alte Version nicht löschen zu lassen.

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