Adobe InDesign »CC 2018« Update – das sind die wichtigsten Neuerungen

von Klaas Posselt

Adobe InDesign »CC 2018« Update – das sind die wichtigsten Neuerungen

Adobe hat eine neue InDesign-Version veröffentlicht. Die Version CC vom Oktober 2017 bietet dabei nicht nur Bugfixes, sondern auch ein paar lang herbeigesehnte neue Funktionen. Der InDesign-Experte Klaas Posselt stellt die wichtigsten und besten Neuerungen auf den Punkt gebracht vor.

Video: Neuerungen in InDesign CC 2018

Video: Neuerungen in InDesign CC 13.0 (CC2018)

1. Ähnliche Schriftarten und Sortierung nach Klassen

Manchmal ist man nicht ganz mit einer Schriftart zufrieden und möchte diese durch eine ersetzen, die ähnliche Charakteristika besitzt. Das geht nun deutlich komfortabler, denn das Schriften-Menü wurde durch eine Ähnlichkeitssuche erweitert. Nachdem man eine Textstelle in InDesign markiert hat, erhält man einen neuen Button . Klickt man auf diesen, werden alle Schriftarten aufgelistet, die ähnliche Eigenschaften besitzen wie die des ausgewählten Bereichs.

Button für Ähnlichkeitssuche in InDesign

 

Außerdem ist es nun möglich, sich Schriftarten nach Klassen anzeigen zu lassen. Auch diese Neuerung kann die Suche nach einer passenden Schriftart deutlich beschleunigen.

Pull-down-Menü, über das man sich Schriftarten nach Klassen anzeigen lassen kann

 

2. Farbverläufe verwalten

Wer viel mit Farben und Verläufen arbeitet, kann sich über eine kleine Organisationshilfe freuen. Denn ab sofort können Farbverläufe auch in Gruppen verstaut bzw. organisiert werden.

Farbverläufe organisieren

 

3. Duden nativ verfügbar

Um bislang den Duden als Referenz für die Rechtschreibkorrektur und die Silbentrennung nutzen zu können, musste man mit zusätzlichen Plug-ins arbeiten. Eine wirklich fantastische Neuerung ist, dass bei den Wörterbuch-Einstellungen ab sofort (der) Duden als native Einstellung für die Silbentrennung und die Rechtschreibung zur Verfügung steht.

Der Duden steht ab sofort als Referenz in InDesign zur Verfügung.

 

Texte werden also in Zukunft (hoffentlich) von Haus aus schöner laufen und manuelle Eingriffe seltener werden. Zusätzlich gibt es nun aber auch noch die Möglichkeit, das Verhalten der Silbentrennung über die Absatzformatoptionen einzustellen. Im Bereich Silbentrennung lässt sich ein Trennstil für die Duden-Silbentrennung definieren.

Bei der Einstellung Alle außer unästhetische werden dann »unschöne« Trennungen vermieden. Ob und wie gut das in der Praxis funktioniert, wird sich erst zeigen müssen. Im Falle eines Falles fragen Sie einfach wie bisher den/die Lektor(in) Ihres Vertrauens ...

Man kann den Trennstil auch noch feiner definieren.

 

4. Absatzrahmen

Wollte man bislang einen Absatz mit einer Linie bzw. Kontur kombinieren, dann musste man das Linienkonstrukt bei jeder Textänderung neu platzieren oder skalieren.

Schön, aber nervig: Bislang mussten Absätze und Konturen getrennt voneinander verwaltet werden.

 

Diese Fummelei gehört ab sofort der Vergangenheit an. Denn in den Absatzformatoptionen gibt es nun einen neuen Abschnitt Absatzrahmen, der es möglich macht, Absätze mit Rahmen zu verschmelzen. Kürzt oder verlängert man den Text, passt sich der Rahmen automatisch an die neue Textmenge an. Die Einstellmöglichkeiten sind vielfältig.

Der neue Bereich Absatzrahmen

 

5. Größe und Positionierung von Rahmen als Format einstellen

Bislang konnte man Textrahmen nur individuell händisch zurechtzupfen. War beispielsweise ein Text für die Marginalienspalte zu breit, musste man dies manuell korrigieren.

Hier muss ein zu breiter Text verkleinert werden.

 

Auch diese Zusatzarbeit kann zukünftig entfallen. Ab sofort lässt sich nämlich in den Objektformatoptionen sowohl eine Größe als auch eine Position für den Rahmen definieren – im neuen Bereich Optionen für Größe und Position. Damit können Skalierungen und Positionierungen mit einem Klick zugewiesen und auch global verändert werden.

Die neuen Optionen für Größe und Position

 

6. Texte in der Creative Cloud speichern

Auch hierbei handelt es sich um eine wirklich sinnvolle Neuerung, vor allem für die Teamarbeit. Es gibt Texte bzw. Textbausteine, die in allen Publikationen immer gleich sein sollen, zum Beispiel das Impressum. Muss etwas an diesen Texten geändert werden, dann blieb bislang nichts anderes übrig, als die Änderungen in allen Publikationen manuell vornehmen zu lassen. Dadurch können sich am Ende immer Fehler und Uneinheitlichkeiten einschleichen.

Für dieses Problem hat InDesign nun eine sehr elegante Lösung. Ab sofort können auch »leibhaftige« Texte bzw. Textbausteine in die CC Libraries gezogen werden.

Text einfach in die CC Libraries ziehen

 

Klickt man dann mit der rechten Maustaste auf den Eintrag im Bedienfeld CC Libraries und wählt Platzieren und verknüpfen, dann kann der Text global über die Cloud gepflegt werden. Ändert man diesen Text, dann ändert er sich entsprechend in allen Publikationen, in denen er eingebunden worden ist. Ein verknüpfter Text erhält ein kleines Wolken-Symbol .

Es ist übrigens auch möglich, den Text »nackt«, also ohne Formate zu platzieren.

Der Textbaustein Platzieren und verknüpfen. Ein verknüpfter Text erhält ein kleines Wolken-Symbol.

 

7. Endnote einfügen

Wollte man Fußnoten sammeln, dann war man in InDesign bislang relativ stark eingeengt. Diese wurden nämlich gezwungenermaßen immer am Ende des Rahmens platziert. Auch hier gibt es nun eine deutliche Verbesserung: Man kann das Ganze als Endnote einfügen.

Neu: Endnote einfügen. Darunter kann man in den Optionen für Dokument-Endnoten auch noch definieren, wie das Ganze auszusehen hat.

 

Beim Einfügen der Endnote hat man nun die Möglichkeit, diese entweder an das Ende des Textes zu verlagern oder sie an einer beliebigen Stelle in einem komplett neuen Textrahmen aufzuziehen. Weitere Endnoten werden dann entsprechend ihrer Position im Text auch gleich mit der richtigen Nummer versehen und an die richtige Position gestellt.

Die Endnoten wurden in einem neuen Textrahmen an einer individuellen Stelle platziert.

 

Über diese Funktion können also auch Fußnoten sehr viel flexibler platziert werden.

8. Verbesserter HTML-Export

Die Möglichkeit, InDesign-Dokumente als HTML-Dokumente zu exportieren, gibt es schon länger. Auch konnte man den ausgegebenen Quellcode durch eigene Klassen anreichern und damit zum Beispiel die Integration in Content-Management-Systeme ein bisschen vereinfachen und beschleunigen. Gerne hätte man aber noch mehr Einfluss auf den Code gehabt.

Nun gibt es die Möglichkeit, Klassen gezielt in den HTML-Code ein- oder auszuschließen und sich damit viel Arbeit bei der Code-Bereinigung zu sparen.

Klassen können gezielt ein- oder ausgeschlossen werden.

 

Und noch besser: In den HTML-Exportoptionen können Klassen sogar global im HTML-Code verhindert werden, indem die Option Klassen in HTML nicht mit einschließen aktiviert wird. Damit sollte der Code dann als »Plain HTML« ausgegeben werden, was die Integration in ein CMS in vielen Fällen vor weniger Probleme stellt. Ob das auch wirklich der Fall ist, muss freilich erst noch die Praxis zeigen. Es wäre auf jeden Fall ein schöner Fortschritt.

Klassen können global ausgeschlossen werden.

 

9. »Zusammengebaute« Bilder barrierefrei exportieren

Eine wichtige Voraussetzung für die Barrierefreiheit eines Dokuments ist, dass Bilder mit alternativen Texten (»Alt-Text«) versehen sind. Bei normal eingebundenen Bildern konnten diese Texte bislang problemlos in InDesign eingegeben werden. Bestand aber eine Grafik aus mehreren InDesign-Objekten, dann war dies nicht möglich.

Nun müssen die Objekte nur gruppiert werden. Danach kann man über Objekt → Objektexportoptionen einen Alt-Text für das komplette Konstrukt eingeben und erhält diesen sauber im ausgegebenen PDF-Dokument.

Alternativtexte für Objekte

 

Fazit

Das neue InDesign-Update hat es wirklich in sich – im positiven Sinne. Diesmal wurde nicht nur ein wenig am »Experience-Design« herumgebastelt, sondern handfeste Verbesserungen integriert. Es sollte wirklich für jeden InDesign-Anwender eine lohnenswerte Neuerung dabei sein. Alleine die Duden-Integration verspricht schon deutliche Produktivitätsfortschritte. Ob und wie gut sich die einzelnen Neuerungen in der Praxis schlagen, gilt es freilich noch abzuwarten.

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