Blicke gekonnt lenken: Eine flexible Vignettierung in Photoshop anlegen

von Dirk Metzmacher

Blicke gekonnt lenken: Eine flexible Vignettierung in Photoshop anlegen

Eine Vignettierung ist ein schönes Stilmittel, um den Blick des Betrachters zur Bildmitte hin zu führen. Solch eine weiche Abschattung zum Bildrand hin kann in Photoshop recht leicht simuliert werden. Faszinierend ist die in diesem Tutorial vorgestellte Technik. Sie ist nicht-destruktiv, also jederzeit editierbar. Eine einzelne Einstellungsebene spielt dabei die Hauptrolle.

Bild: Des einen Freud, des anderen Leid. Die einen möchten die Vignettierung (Randabschattung) aus ihren Fotos entfernen, die anderen als Gestaltungsmittel nutzen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, eine solche in Photoshop zu erzeugen. Hier sehen Sie ein mögliches Ergebnis (vorher/nachher).

Der alte Wege zur Vignettierung

1. Erzeugen Sie eine neue Ebene, etwa über Umschalt+Strg/Befehl+N.

2. Wählen Sie das komplette Dokument aus, indem Sie Strg/Befehl+A drücken.

3. Über den Befehl Bearbeiten → Kontur füllen... erzeugen Sie nun eine Kontur. Die Breite bei Kontur füllen stellen Sie auf »20 Pixel« ein, die Farbe auf »Schwarz«. Die Position sollte auf »Innen« stehen. Die angemessene Konturbreite hängt natürlich immer auch ein bisschen von der Größe Ihres Bildes ab.

4. Nach dem Bestätigen folgt noch der Filter → Weichzeichnungsfilter → Gaußscher Weichzeichner, um den Rand sanft verlaufen zu lassen.

Das Problem bei dieser Art der Vignettierung: wir können nichts editieren, es gibt keine weiteren Einstellungsmöglichkeiten.

Bild: Einfache Vignettierung über die Kontur-Funktion

Der neuere (und bessere) Weg zur Vignettierung

Heute erledigt man diese Aufgabe nichtdestruktiv. Ein eleganter Weg ist zum Beispiel der über die Objektivkorrektur.

1. Für die nichtdestruktive Bearbeitung konvertieren Sie Ihre Ebene in ein Smartobjekt, indem Sie diese markieren und Filter → Für Smartfilter konvertieren ansteuern.

2. Nun wählen Sie Filter → Objektivkorrektur.

3. Statt der Autokorrektur wechseln Sie gleich auf Benutzerdefiniert und verschieben unter Vignette die Stärke zur linken Seite hin. Spielen Sie noch etwas mit dem Mittelwert, der den Verlauf steuert.

Bild: Option zum Einstellen einer Vignette in der Objektivkorrekur

Die flexible Vignette: Tonwertkorrektur vorbereiten

1. Meine Empfehlung zur flexiblen Vignette führt nun über Ebene → Neue Einstellungsebene → Tonwertkorrektur. Verschieben Sie beim unteren, schwarz-weißen Verlauf den weißen Regler zur linken Seite hin. Das Bild wird damit zunächst komplett abgedunkelt.

Bild: Mit der Einstellungsebene Tonwertkorrektur wird das Dokument zunächst komplett abgedunkelt.

Vignettierung umsetzen

2. Aktivieren Sie die Maske der Einstellungsebene durch Anklicken und malen Sie mit dem Pinsel und schwarzer Vordergrundfarbe einen Punkt in die Mitte des Dokumentes.

3. Drücken Sie Strg/Befehl+T zum Transformieren und ziehen Sie den Punkt bei gehaltener Umschalt- und Alt-Taste groß auf. So findet die Transformation in alle Richtungen gleichermaßen statt.

4. Bestätigen Sie über die Eingabetaste oder passen Sie die Größe der Form weiter an.

5. Ist der Verlauf nicht weich genug, so setzen Sie den Weichzeichnungsfilter → Gaußscher Weichzeichner in der Maske ein.

Bild: Die Maske der Einstellungsebene sorgt für die Definition, wo das Dokument abgedunkelt werden soll.

Fazit

Da wir mit einer Einstellungsebene arbeiten, können Sie jederzeit die Werte der Tonwertkorrektur anpassen. Auch die Maske lässt jederzeit Änderungen zu, so dass wir mit dieser Technik sehr flexibel arbeiten, da wir unser Originalfoto erhalten und beim Editieren keine Qualitätsverluste zu befürchten sind.

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