Individuelle Ostereier in Photoshop erstellen, bei denen die Bemalung mit einen Klick ausgetauscht werden kann

von Martin Vogler

Individuelle Ostereier in Photoshop erstellen, bei denen die Bemalung mit einen Klick ausgetauscht werden kann

Sie müssen Webseiten und Anzeigen auf Ostern »trimmen« und benötigen dafür Ostereier, die Sie mit individuellen Motiven versehen können – und die sich auch noch räumlich an die Eiform anpassen müssen? Dann lesen Sie in diesem Artikel, wie Sie dies ganz einfach und schnell in Photoshop erledigen.

Bei der Umsetzung kommen wir mit den 2D-Funktionen von Photoshop aus. Natürlich sieht ein über 3D-Funktionen gerendertes Ei noch mal deutlich realistischer aus. Allerdings ist dieser Realismus auch nicht immer unbedingt gefragt, sondern oft eher eine Gestaltung, die etwas grafischer ist.

Die Frage, was zuerst da war – Photoshop oder das Ei – kann in diesem Fall ganz einfach beantwortet werden ...

 

Die Ei-Grundform erstellen

Generell empfehle ich, das Ei nicht zu klein anzulegen. Denn verkleinern kann man es immer ohne Qualitätsverlust. Muss man es aber später vergrößern, kommt es zu Unschärfen.

1. Erstellen Sie mit dem Ellipse-Werzeug eine ovale Form mit weißer Farbe.

2. Nachdem Eier keine gleichmäßigen Ellipsen sind, modifizieren Sie die Form, indem Sie das Direktauswahl-Werkzeug wählen und dann die mittleren Ankerpunkte ein Stück vertikal nach unten ziehen. Danach packen Sie deren untere Anfasser (das sind die kleinen Kreise an den Enden der Grifflinien) und ziehen diese ebenfalls ein Stück nach unten.

Die Eiform ist erstellt.

 

Licht und Schatten beim Ei

Bei der Umsetzung der Plastizität gibt es verschiedene Herangehensweisen. Der von mir bevorzugte, da nichtdestruktive Weg ist ein Ebenenstil Verlaufsüberlagerung.

3. Klicken Sie also auf den fx-Button des Ebenen-Bedienfelds und stellen Sie Verlaufsüberlagerung ein.

4. Im Bereich angekommen wählen Sie einen Verlauf, der von Weiß nach Dunkelgrau (#333333) reicht.

  • Das Licht soll zentral und leicht von oben auf das Ei treffen. Daher verschieben Sie den Verlauf (geht mit dem Mauszeiger direkt im Bild) ein bisschen nach oben.
  • Als Art stellen Sie Radial ein.
  • Danach ist es notwenig, den Verlauf über den Skalieren-Regler zu skalieren, in unserem Beispiel sind es »150%«.
  • Schließlich verringern Sie die Deckkraft noch auf »50%« oder weniger, wenn der Schatten nur dezent wirken soll. Sie können dies jederzeit anpassen und die Schattenwirkung durch Verstärken der Deckkraft erhöhen.

Die Ebenenstil-Einstellungen

 

Damit ist das »Grundei« erstellt und wir können uns daran machen, es zu bemalen.

Das fertige Ei

 

Eine »räumliche« Ei-Bemalung

Photoshop verfügt zwar auch über 3D-Funktionen und die Möglichkeit, Strukturen auf räumliche Elemente aufzumappen. Es soll hier aber um die Umsetzung mithilfe von Photoshops 2D-Werkzeugen gehen.

Ziel ist es, ein Ergebnis zu erhalten, bei dem man die Ostereier-Bemalung ganz schnell austauschen kann, damit viele verschiedene Eier in kurzer Zeit entstehen können.

Das Motiv muss also als Smartobjekt integriert werden. Glücklicherweise hat Photoshop hier inzwischen einen Stand erreicht, bei dem so gut wie alle Filter und Korrekturen auf Smartobjekte angewandt werden können.

Ich habe einige Versuche angestellt mit verschiedenen Filtern wie zum Beispiel dem Versetzen-Filter und einer entsprechenden Matrix – bin dann aber am Ende wieder bei der Lösung angelangt, die mir schon von Anfang an als die (wohl) beste erschien. Wobei auch diese nur den Anschein von 3D erwecken kann.

Der Plan: Als Ostereier-Motiv erstellen wir zunächst ein Master-Smartobjekt. Dessen Inhalt ist so gestaltet, dass die räumliche Anpassung an das Ei leichter vorgenommen werden kann. Den Inhalt tauschen wir dann später gegen beliebige andere Motive aus. Die Verzerrung wird bleiben und auf die ausgetauschten Motive angewandt.

1. Für das Hilfsmuster erstellen Sie eine neue Datei mit einer Größe von 10 × 10 Pixeln. Wenn Sie ein größere Datei anlegen, können es auch 20 × 20 Pixel sein.

2. Erstellen Sie an der oberen Kante und an der linken Kante jeweils eine Linie mit einer Breite von 1 Pixel.

3. Wählen Sie mit Strg/Befehl + A alles aus.

4. Nun gehen Sie auf Bearbeiten → Muster festlegen, vergeben einen Namen, unter dem Sie das Muster leicht identifizieren können, klicken auf OK und haben somit ein neues Muster in Ihren Vorgaben.

Ein neues Muster festlegen

 

5. Legen Sie nun eine neue, relativ große Datei an, die auf jeden Fall um einiges größer ist als Ihr Ei.

6. Wandeln Sie die Hintergrundebene in eine normale Ebene um und füllen Sie diese mit Weiß.

7. Klicken Sie auf das fx-Symbol im Ebenen-Bedienfeld und wählen Sie den Eintrag Musterüberlagerung. Als Muster stellen Sie Ihr soeben erstelltes Muster ein.

Stellen Sie eine Musterüberlagerung ein.

 

8. Wandeln Sie die Muster-Ebene in ein Smartobjekt um, indem Sie mit der rechten Maustaste draufklicken und den Befehl In Smartobjekt konvertieren wählen.

9. Kopieren Sie die Ebene in Ihre Osterei-Datei.

Ebenen zwischen Dokumenten kopieren

In diesem Beitrag erfahren Sie, wie Sie in Photoshop Ebenen zwischen Dokumenten verschieben/kopieren.

10. Verkleinern Sie die Muster-Ebene proportional, sodass sie das Osterei auf jeden Fall ein gutes Stück überdeckt.

Das überlagernde Muster. Ich habe es transparent gestellt, damit in der Abbildung zu sehen ist, dass es das Ei auf jeden Fall überlagert.

 

11. Klicken Sie mit gedrückter Strg/Befehl-Taste auf das Ebenen-Thumbnail der Ei-Ebene, um dessen Form als Auswahl zu laden.

12. Achten Sie darauf, dass die Musterebene markiert ist und erstellen Sie für diese eine Ebenenmaske, indem Sie auf den entsprechenden Button im Ebenen-Bedienfeld klicken.

Das Ergebnis: Die Musterebene erscheint nur dort, wo das Ei ist.

 

13. Damit wir mit dem Verformen anfangen können, wandeln wir die Musterebene in ein Smartobjekt um.

14. Bevor wir aber nun endgültig mit dem Verformen anfangen, wählen wir Ebene → Schnittmaske erstellen. Damit ist sichergestellt, dass das Muster auch wirklich immer nur auf dem Ei erscheint und nicht darüber hinausragen wird.

15. Und endlich, ja endlich können wir mit dem Verformen anfangen. Wählen Sie den Befehl Bearbeiten → Transformieren → Verformen.

16. Nun verformen Sie die Musterebene solange, bis ein halbwegs glaubwürdiger 3D-Eindruck entstanden ist. Das ist nicht einfach und wird einer richtigen 3D-Lösung immer unterlegen sein. Aber es geht ja letztendlich nur darum, dass der Betrachter den ersten Eindruck hat, als sei es ein räumliches Ei.

Nachträgliche Korrekturen

Falls Sie nicht zufrieden sind mit dem Ergebnis, hier die gute Nachricht. Da Sie die Transformation auf ein Smartobjekt angewandt haben, können Sie die Verformung jederzeit nachträglich optimieren.

So sieht das Verformungsraster bei meiner Arbeitsversion aus.

 

17. Nun ist der große Moment gekommen. Wir tauschen das Rastermotiv aus. Dazu öffnen wir das Smartobjekt mit einem Doppelklick, und gestalten dann darin eine neue Ostereier-Bemalung bzw. kopieren eine solche hinein.

Ein Verändern der Füllmethode auf Multiplizieren ist in diesem Fall gar nicht einmal nötig, da die Ebene als Schnittmaske eingebunden ist.

Ein paar Ostereier-Variationen. Die Motive sind mit wenigen Klicks ausgetauscht.

 

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