Sieben überzeugende Gründe, in Photoshop noch mehr auf Ebenengruppen zu setzen

von Martin Vogler

Sieben überzeugende Gründe, in Photoshop noch mehr auf Ebenengruppen zu setzen

Viele Photoshop-User nutzen Ebenengruppen vor allen Dingen, um die Ordnung im Ebenen-Bedienfeld wiederherzustellen und dort den Überblick zu behalten. Dabei bieten Gruppen noch viel mehr. Sieben weitere Vorteile und interessante Möglichkeiten stelle ich jetzt vor.

Vorab dürfen natürlich ein paar kleine Grundlagen nicht fehlen.

Für die Erstellung einer Ebenengruppe nutzen Sie am besten immer die Tastenkombination Strg/Befehl + G. Denn das geht schön schnell und lädt dazu ein, bereits während des Aufbaus eines Composings eine gewisse Ordnung zu halten – und nicht erst damit anzufangen, wenn das Ebenen-Bedienfeld bereits im Chaos versinkt.

Bei diesem Kurzbefehl werden alle aktuell markierten Ebenen in die Gruppe eingeschlossen. Das will man in der Regel. Möchte man dagegen ein leere Ebenengruppe erstellen, dann drückt man den Neue-Gruppe-Button unten im Ebenen-Bedienfeld.

Sehr vorteilhaft ist, dass auch Ebenengruppen innerhalb von Ebenengruppen erstellt werden können, und zwar maximal 10 Stück.

Möchte man eine Gruppe als Ganzes mit dem Verschieben-Werkzeug über die Arbeitsfläche packen können, dann aktiviert man das Häkchen Autom. ausw. und stellt im Pull-down-Menü daneben Gruppe ein. Ist dort der Wert Ebene eingestellt, wird immer nur die berührte Ebene gepackt, auch wenn sich diese in einer Ebenengruppe befinden sollte.

Eine Gruppe automatisch auswählen

 

Standardmäßig steht die Füllmethode einer Gruppe auf Hindurchwirken. Damit erfüllt sie einen reinen organisatorischen Zweck und mischt sich im wahrsten Sinne des Wortes nicht in die Wirkung der beinhalteten Ebenen mit ein.

1. Schnelle Layoutvarianten erzeugen

Die in Photoshop CC 2014 neu integrierten Zeichenflächen sind im Endeffekt auch nichts anderes als Ebenengruppen – wenn auch mit ein paar erweiterten Möglichkeiten. Mit ihnen ist es möglich, verschiedene Layouts in einer einzigen Photoshop-Datei anzulegen und übersichtlich zu verwalten.

Nichts anderes können Sie auch mit älteren Photoshop-Versionen anstellen, die »nur« normale Ebenengruppen besitzen. Haben Sie das Layout fertig und möchten von diesem eine neue Variante ableiten, dann gehen Sie folgendermaßen vor:

1. Packen Sie alle Ebenen des Layouts zunächst in eine Gruppe, indem Sie sie im Ebenen-Bedienfeld markieren und Strg/Befehl + G drücken.

2. Drücken Sie Strg/Befehl + J und Sie haben damit ein Duplikat der Gruppe erstellt. Innerhalb dieser Gruppe können Sie dann das Layout modifizieren.

3. Damit Sie nicht aus Versehen in der falschen Gruppe arbeiten, machen Sie die erste Gruppe durch Klick auf das Auge unsichtbar. Alternativ sperren Sie diese durch Klick auf das Schloss im Kopfteil des Ebenen-Bedienfelds.

Schnelle Erzeugung einer Layout-Kopie, die dann komplett eigenständig modifiziert werden kann.

 

2. Layoutvarianten schnell vergleichen und wählen

Der nächste Vorteil ist nur ein kleiner und schließt im Prinzip an den zuvor genannten an. Dank Ebenengruppen kann man auch komplexe Layoutvarianten, die sehr viele Ebenen besitzen, schnell miteinander vergleichen und wechseln. Dazu blendet man die einzelnen Varianten schnell über das Augen-Symbol ein oder aus.

Schnelles Vergleichen von verschiedenen Layoutvarianten

 

3. Weniger Markierungsaufwand bei Transformationen

Möchte man zusammengehörende Composing-Elemente zugleich bewegen oder transformieren, dann kann alleine das Markieren der Einzelebenen schon unnötige Zeitverluste bringen. Wenn dann noch eine Ebene vergessen wird, man aus Versehen falsch klickt oder die Umschalt-/Shift-Taste loslässt, darf man wieder von vorne anfangen.

Packen Sie daher alles in eine Ebenengruppe und Sie sparen sich damit auch ein aufwendiges Markieren. Sie brauchen dann nur die Ebenengruppe im Ebenen-Bedienfeld zu markieren oder, sofern wie oben angesprochen das automatische Auswählen aktiviert ist, auf der Arbeitsfläche auf ein Gruppenelement zu klicken.

Durch Ebenengruppen sparen Sie sich das aufwendige Markieren mehrerer Ebenen. Ein Klick auf die Gruppe genügt, und Sie können alle enthaltenen Elemente auf einmal bewegen und skalieren.

 

4. Ebenenstile schneller zuweisen und anpassen

Ebenenstile sind eine Schlüsseltechnik der nichtdestruktiven Bildbearbeitung. Durch Gruppen kann man auch bei ihnen noch ein paar kleine Gestaltungsvorteile erreichen.

Nützliche Tipps für das Arbeiten mit Ebenenstilen

In diesem Artikel finden Sie acht praktische Tipps für das Arbeiten mit Ebenenstilen.

Angenommen, Sie haben eine Buttonleiste und möchten alle Buttons mit einem identischen Ebenenstil versehen. Der übliche Weg wäre es, einen Ebenenstil zu erstellen und ihn danach über Ebenenstil kopieren und Ebenenstil einfügen den anderen Elementen zuzuweisen.

Nicht ganz falsch, aber dennoch in manchen Fällen zu umständlich: Alle Einzelelemente besitzen Ebenenstile.

 

Das ist grundsätzlich nicht schlecht. Wenn nun aber eine Änderung am Ebenenstil erforderlich ist, dann muss diese Änderung immer bei allen Ebenen durchgeführt werden. Das ist schon ein wenig umständlich.

Mit einer Ebenengruppe geht es schneller. Verzichten Sie darauf, jedem Einzelelement einen eigenen Ebenenstil zuzuweisen. Legen Sie alle gleichartigen Elemente in eine Gruppe und weisen Sie dann einfach der Gruppe den Ebenenstil zu.

Ebenengruppen können auch Ebenenstile besitzen.

 

Über Ebenengruppen werden die enthaltenen Ebenen quasi miteinander verschmolzen, bleiben aber trotzdem einzeln editierbar. Dies kann man für flexible Gestaltungen nutzen.

Global gesehen stellen Ebenengruppen verschmolzene Einheiten dar, obwohl das Innenleben jederzeit editierbar bleibt.

 

So können durch einfaches Verschieben der Ebenen schnell andere geschlossen wirkende Formen erzeugt werden.

 

5. Vielfältige Möglichkeiten für das Exportieren

In den Genuss des nachfolgenden Vorteils kommen leider nur Anwender von Photoshop CC 2014 und später. Seit dieser Version können auch einzelne Ebenen exportiert werden.

Und nicht nur das. Auch Ebenengruppen können einzeln exportiert werden. Dabei wird alles, was sich in einer Ebenengruppe befindet, so behandelt, als sei es miteinander verschmolzen. Auf diese Weise können Sie sich zum Beispiel Weblayouts wunderbar strukturieren und bei Änderungen einzelne wie auch zusammenhängende Elemente gezielt exportieren.

Dabei sollten Sie aber darauf achten, nicht über den globalen Exportbefehl Datei → Exportieren → Exportieren als zu exportieren, sondern die Ebene/Ebenengruppe mit der rechten Maustaste anzuklicken und dann aus dem Kontextmenü den Befehl Exportieren als zu wählen.

Namensvergabe beim Export

Die exportierte Datei erhält als Dateinamen automatisch den Namen der Ebene bzw. der Ebenengruppe. Vergeben Sie den Namen einmal vernünftig, entfällt dieser Arbeitsschritt beim erneuten Exportieren.

Auch Ebenengruppen können einzeln exportiert werden.

 

6. Flexibleres Arbeiten mit Ebenenmasken

Ebenenmasken werden üblicherweise direkt den einzelnen Ebenen zugewiesen. Es gibt aber Composingfälle, in denen es durchaus von Vorteil ist, die Ebenenmaske nicht der Ebene zu vergeben, sondern diese in eine Ebenengruppe zu legen und dann der Ebenengruppe die Ebenenmaske zuzuweisen.

Dies ist immer dann der flexiblere Weg, wenn Sie sowohl die Position des Elements auf der Arbeitsfläche nachträglich anpassen müssen als auch den Inhalt der Ebenenmaske. Sehen wir uns mal anhand eines Beispiels an, warum dem so ist.

Durch Ebenenmasken werden hier drei Bildebenen auf die Fläche von Streifen gebracht.

Es ist kein Problem, die Bilderstreifen zu verschieben. Die Position der Bilder in den Ebenenmasken bleibt erhalten.

 

Will man die Position oder die Größe des Bildes innerhalb der Maske verändern, dann löst man die Verbindung kurzzeitig auf, indem man auf das Ketten-Symbol , das sich zwischen Ebenen-Thumbnail und Ebenenmaske befindet, klickt.

 

Bettet man das Bild jedoch in eine Ebenengruppe ein und wendet die Ebenenmaske auf die Ebenengruppe an, dann kann man nicht nur die Positionen der Bildstreifen und der Bilder innerhalb der Streifen flexibel ändern.

 

Dank der Gruppe ist es auch möglich, die Bilder innerhalb der Streifen schnell zu variieren, also neue Bilder hinzuzuladen bzw. schnell ein- und auszublenden. Hier wurde ein neues Bild in »Gruppe 1« geladen.

 

7. Der besondere Trick: Multiple Ebenenstile

Schließlich noch eine interessante Gestaltungsmöglichkeit, die sich daraus ergibt, dass Ebenengruppen ineinander verschachtelt und mit Ebenenstilen versehen werden können.

Seit Photoshop CC 2015 ist es (endlich) möglich, in Photoshop multiple Ebenenstile erstellen zu können, also Ebenenstile mit mehreren Schlagschatten, Konturen usw.

Multiple Ebenenstile in Photoshop nutzen

In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie die neuen Ebenenstil-Möglichkeiten nutzen.

Dank Ebenengruppen ist es möglich, auch schon in Photoshop CS6 und früher multiple Ebenenstile zu erstellen – wenn auch ein wenig umständlicher.

Aber selbst wer mit Photoshop CC 2015 arbeitet, kann Ebenengruppen nutzen, um die immer noch nicht ganz ausgereiften Möglichkeiten des Ebenenstil-Dialogs zu toppen. Denn in diesem kann man zum Beispiel nur einen Ebeneneffekt Abgeflachte Kante und Relief erstellen. Zudem ist die Reihenfolge der einzelnen Effekte zueinander starr. So liegt beispielsweise eine Farbüberlagerung immer über einer Verlaufsüberlagerung.

Natürlich könnte man auch einen multiplen Ebenenstil über mehrere Ebenen, die übereinander liegen, erzeugen. Die Lösung über eine Ebenengruppe ist jedoch kompakter.

Um zum Beispiel einem Element mehrere Konturen über Ebenengruppen zuzuweisen, gehen Sie folgendermaßen vor.

1. Erstellen Sie eine beliebige Form oder einen Text.

Unser Testtext

 

2. Erzeugen Sie einen neuen Ebenenstil Kontur mit einer beliebigen Farbe, einer kleinen Größe und der Position Innen.

Dem Text wurde ein Ebenenstil Kontur mit Position innen zugewiesen.

 

3. Drücken Sie Strg/Befehl + G, um das Element in eine Ebenengruppe zu legen.

4. Dann erstellen Sie für diese neue Gruppe ebenfalls einen Ebenenstil Kontur, jedoch mit einer anderen Farbe und der Position außen.

Der Gruppe wurde ebenfalls ein Ebenenstil Kontur, jedoch mit Position innen, zugewiesen

 

5. Drücken Sie noch mal Strg/Befehl+G, um die Gruppe in eine weitere Gruppe zu legen.

6. Dieser Gruppe weisen Sie einen Ebenenstil Kontur mit einer anderen Farbe und der Position außen zu. Zudem erstellen Sie noch einen Schlagschatten.

Die letzte Gruppe erhält auch noch Kontur und einen Schlagschatten.

 

Auf diese Weise können Sie bis zu zehn verschiedene Ebenenstile miteinander verflechten. Das einzige Problem ist, dass Sie diese nicht konservieren, also nicht als Voreinstellung dauerhaft speichern können.

Fazit

Ebenengruppen sind nicht nur gut, um Ordnung zu halten. Sie erweitern auch die Möglichkeiten, Composings vielseitiger und pflegeleichter aufzubauen.

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