Fünf häufige Fehler in Illustrator-Pinseln und wie man ihnen begegnet

von Monika Gause

Fünf häufige Fehler in Illustrator-Pinseln und wie man ihnen begegnet

Egal, ob die Pinsel selbstgemacht, kostenlos aus dem Netz geladen, mehr oder weniger teuer gekauft oder sogar zu den Illustrator-eigenen Bibliotheken gehören, diese Fehler treten leider überall auf. Bestimmt haben Sie einen dieser Fehler auch schon selbst erlebt, wenn Sie Pinsel verwenden.

Sofern die Fehler in den Grundformen von Bild-, Muster-, oder Spezial-Pinseln entstanden sind, müssen diese Grundformen bearbeitet werden. Dazu müssen Sie den betreffenden Pinsel aus dem Pinsel-Bedienfeld auf die Zeichenfläche ziehen, um ihn zu bearbeiten.

Bearbeiten eines Pinsels

Der Pinsel ist eine Gruppe aus mindestens zwei Elementen, meist sind es aber erheblich mehr. Wählen Sie einzelne Teile mit dem Direktauswahl-Werkzeug aus. Wenn Ihnen das zu unbequem ist, können Sie auch die Gruppierung aufheben.

Nach Abschluss der Bearbeitung ziehen Sie ein Auswahlrechteck um alle Elemente des Pinsels auf und ziehen sie wieder ins Pinsel-Bedienfeld. Drücken Sie dabei die Alt-Taste und bewegen den Cursor über den bestehenden Pinsel, um diesen zu ersetzen.

Ersetzen des ursprünglichen Pinsels

Bei Muster-Pinseln müssen Sie alle Elemente des Pinsels (bis zu fünf) einzeln ersetzen.

Dicke Tropfen in engen Kurven

Diesen Fehler gibt es nur bei Kalligrafie-Pinseln. Es ist der einzige Fehler in diesem Reigen, der sich nicht an der Wurzel des Übels packen lässt, sondern mit einem kleinen Hack gelöst werden muss. Beim Zeichnen sehr enger Kurven verklumpt die Pinselkontur und bildet dicke, unförmige Stellen.

Fette Tropfen in engen Kurven bei der Anwendung von Kalligrafiepinseln

Um das Problem zu lösen, weisen Sie dem Pfad den Effekt → Verzerrungs- und Transformationsfilter → Zickzack zu. Aktivieren Sie die Vorschau und setzen Sie die Größe auf »0«, die Anzahl der Zacken so hoch, dass der Klumpen verschwindet. Das ist abhängig von Ihren Pfaden, es können sehr hohe Werte erforderlich sein.

Der Hack besteht in der Anwendung des Zickzack-Effekts.

Nicht korrekt eingefärbt

Wenn dem Pinsel eine Konturfarbe zugewiesen wird, dann ist die entstehende Kontur im Vergleich zu einer Fläche in derselben Farbe zu hell.

Kontur und Fläche besitzen dieselbe Farbe. Weil aber die Grundform nicht schwarz ist, ist die Pinselkontur zu hell.

Um das Problem zu lösen, muss die Pinselgrundform schwarz sein.

  • Im Farbmodus RGB reicht ein Graustufenschwarz nicht aus, sondern es muss RGB 000 sein.
  • Im Farbmodus CMYK können Sie ebenfalls Pinsel mit tiefschwarzen Grunformen verwenden, wenn sie die Einfärbemethode Farbtöne besitzen.

Einfärbemethode Farbtöne

Loch in der Kreuzung

Viele Bildpinsel erzeugen ein Loch, wenn man sie einem Pfad zuweist, der sich selbst überschneidet. Das liegt an der falschen Füllregel in der Pinsel-Grundform.

Hier ist die Grundform eines mit Illustrator installierten Pinsels betroffen und besitzt die für diesen Zweck falsche Füllregel.

Die Grundform muss die Füllregel Nicht-Null besitzen, dann entsteht kein Loch an den Überschneidungsstellen. Dies setzen Sie im Attribute-Bedienfeld.

Wo kommt die Fläche her (1)?

Wenn der Pinsel einem gekrümmten Pfad zugewiesen wird, entsteht eine Fläche. Der Pfad selbst besitzt jedoch keine Fläche.

Ein selbst erstellter Muster-Pinsel enthält eine Fläche, die man auf der Zeichenfläche nicht sieht, da der Pfad gerade ist.

Die verbreitetste Ursache für diesen Fehler ist eine Fläche, die einer Kontur in der Pinselgrundform zugewiesen ist. Geht man streng nach dem Handbuch, dann sollten in einer Pinselgrundform keine Konturen mehr vorhanden, sondern alle umgewandelt sein, aber häufig passiert dies eben nicht.

Wo kommt die Fläche her (2)?

Es gibt noch eine zweite Möglichkeit, wie eine Fläche entstehen kann. Ist ein Pfad in der Pinselgrundform nicht geschlossen, dann wird er beim Anwenden des Pinsels am Pfad auf dem kürzesten Weg automatisch geschlossen.

Sie müssen also in der Grundform nach nicht geschlossenen Pfaden suchen und diese manuell schließen. Das ist besonders aufwendig, wenn es sich bei dem Pinsel um eine Kohle- oder Kreide-Simulation handelt.

Offene Pfade im Pinsel gibt es ebenfalls in den mitgelieferten Bibliotheken einiger Illustrator-Versionen.

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